Arbeit “in progress” - unser Projekt Standbild Frühmittelalterdorf für den “Geschichtspark Bärnau”

Tuesday, 17. August 2010 20:05

Szablocs Domonkos, Peter Molnar von framefusion und Mathias Hensch von Schauhütte-3D arbeiten derzeit mit Hochdruck an einem 3D-Standbild zur Visualisierung des im Aufbau befindlichen Frühmittelalterdorfs im “Geschichtspark Bärnau”. Auftraggeber ist der “Geschichtserlebnispark Bärnau-Tachov“, dessen wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters unser ständiger Ansprechpartner ist. Dargestellt wird der Blick in ein Dorf des 9./10. Jahrhunderts, wie es in den kommenden Jahren in Bärnau entstehen soll. Insgesamt werden rund zehn Gebäude, darunter Kirche, Turmhügelburg und Langhaus sowie zahlreiche Details modelliert und texturiert, um sie in die vor Ort existierende Topographie einzubetten und fotorealitisch zu inszenieren. Neben der archäologisch-historischen Interpretation der originalen Befunde, legen wir bei unserer Arbeit besonderen Wert auf die Texturierung der Gebäudeteile und der gesamten Szenerie, sowie die “Verfeinerung” durch die sogenannte postproduction. Wir bieten Ihnen hier schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das geplante Haupthaus des Frühmittelalterdorfes, das im hier gezeigten Zustand noch nicht vollständig fertig gestellt, bzw. in allen Details ausgeformt ist, jedoch einen Einblick in die Darstellungsweise ermöglicht. Weitere Bilder werden wir Ihnen in Kürze präsentieren. Besuchen Sie auch die Webseite von framefusion.
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Abschied - Schauhütte-Videotagebuch zur Ausgrabung St. Maria in Nabburg, Teil 11

Monday, 16. August 2010 19:20

imgp1534.JPGWir werden demnächst unsere Ausgrabungen in und um die Spitalkirche St. Maria in Nabburg beenden und verabschieden uns mit einem kleinen Resümee im Videotagebuch… Ein großer Dank geht an alle Verwantwortlichen bei der Stadt Nabburg, dem 1. Bürgermeister der Stadt Herrn Armin Schärtl, dem Kultur- und Museumsverein Nabburg, dem Stadtmuseum Nabburg sowie dem städtischen Bauhof Nabburg für die gute und sehr konstruktive Zusammenarbeit in den letzten 10 Monaten! Funde und Befunde 1300 Jahren Siedlungsgeschichte - Ansporn und Verantwortung für die Zukunft gleichermaßen… klicken Sie bitte hier.

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Baldiger Baugbeginn zur Dokumentations- und Informationsstätte St. Martin in Ermhof

Tuesday, 3. August 2010 23:11

Bitte klicken Sie hier: ermhof_faltblatt_l5.pdf

Nach der Bewilligung von Geldern durch die Leader-Förderung der Europäischen Union über die Zukunftsagentur Plus, sowie zahlreicher weiterer Geldgeber, darunter dem Landkreis Amberg-Sulzbach, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Bayerischen Landesstiftung, werden in Kürze die Bauarbeiten für die Dokumentations- und Informationsstätte St. Martin in Ermhof beginnen. Erste Vorarbeiten zum Beginn der Baumaßnahmen werden durch den Verein der Freunde von St. Martin in Ermhof übernommen.

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Wir freuen uns über die Umsetzung, dieses wichtigen Projekts zur Kultur-, Herrschafts- und Siedlungsgeschichte in der mittleren Oberpfalz, das wir wissenschaftlich und konzeptionell betreuen:

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Den neuen Flyer zum Projekt erhalten Sie beim

Förderverein Freunde von St. Martin in Ermhof e.v.

Bergstraße 17

92259 Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg, Tel.: 09993/645

Die verlorene Kirche St. Martin in Ermhof – eine Gründung der Karolingerzeit

Mit dem Abbruch der ehemaligen Martinskirche von Ermhof 1979 verschwand eine der ältesten Kirchen in der Oberpfalz. Im Jahr 1306 erstmals urkundlich erwähnt, belegt ein im Vatikan ausgestellter Ablassbrief von 1457 die außergewöhnliche Stellung des Gotteshauses in der spätmittelalterlichen Kirchenlandschaft der Region. Vom 15. bis in das späte 18. Jahrhundert war St. Martin in Ermhof zudem eine der wichtigsten Wallfahrtskirchen in der mittleren Oberpfalz. 2006 bis 2008 wurde die frühe Geschichte der Kirche archäologisch erforscht. Die Grabungen erbrachten den Nachweis einer Kirchengründung im ausgehenden 8./frühen 9. Jahrhundert. Damit gehört die Ermhofer Martinskirche zu den ältesten bekannten Kirchen der Oberpfalz nördlich der Donau.

·    Der Blick in die Vergangenheit…

Im Mittelpunkt der Ausgrabungen stand die Frage nach dem Alter der Martinkirche und des zugehörigen Friedhofs. Es spricht vieles dafür, dass der fränkische König Karl der Große in der Zeit um 800 an der Gründung der Kirche beteiligt war. Die Landschaft wurde damals von der karolingischen Königsmacht strukturiert, mit dem Burgzentrum Sulzbach und dem Königshof Karls des Großen in Lauterhofen als administrative Mittelpunkte. Ermhof wurde dabei wahrscheinlich als Haupthof (Fronhof) einer königlichen oder gräflichen Grundherrschaft ausgebaut. Die älteste Kirche war ein Holzbau in Pfostenbauweise. Schon im 9. Jahrhundert brach man die Holzkirche ab und begann mit dem Bau einer steinernen Saalkirche mit Apsis. Steinkirchen auf dem Land müssen zu dieser Zeit als große Besonderheit gelten. Im 11. Jahrhundert brach man die Apis ab und die Kirche erhielt einen Rechteckchor, der bis 1979 erhalten war. Vielleicht stand dieser Umbau in Zusammenhang mit überlieferten Altarweihen, die der Eichstätter Bischof Gundekar II. um 1060 in der Region vornahm. Zahlreiche interessante Grabfunde auf dem an die Kirche anschließenden Friedhof, ermöglichten den Archäologen ungewöhnliche Einblicke in Lebens und Sterben der Menschen in und um Ermhof vom späten 8. bis in das 12. Jahrhundert.

·    … und in die Zukunft…

Als eine der ältesten Kirchengründungen in der heutigen Oberpfalz und im angrenzenden Mittelfranken stellt die verschwundene Kirche St. Martin in Ermhof ein überregional bedeutendes Bodendenkmal dar. Denkmäler müssen immer aus ihrem Kontext heraus verstanden werden. In ihrer Bedeutung für die Geschichte des Raums vom 8. bis zum 12. Jahrhundert steht die frühmittelalterliche Kirchengründung St. Martin daher gleichrangig neben berühmten Klöstern, Schlösser und Burgen der Oberpfalz. Um Bedeutung und Geschichte der St. Martinskirche kommenden Generationen zu überliefern, soll an deren ehemaligem Standort eine für die Oberpfalz einmalige historische Informationsstätte entstehen. Durch eine Präsentation der Ausgrabungsergebnisse, der wechselvollen Vergangenheit der Kirche und deren siedlungsgeschichtlicher Einbettung, wird das Projekt einen einzigartigen Beitrag zum Geschichtsverständnis und zur Vermittlung historischer Identität leisten.


·    …eine Informationsstätte für St. Martin in Ermhof

Die Historische Dokumentations- und Informationsstätte St. Martin in Ermhof bei Neukirchen gestaltet Geschichte hautnah, lebendig und informativ. Ein begehbarer Steg ermöglicht dem Besucher einen ungehinderten Blick auf die archäologisch ergrabenen Bauphasen der Kirche. Modern gestaltete Informationstafeln geben wissenschaftlich fundierte und dennoch leicht verständliche und grafisch ansprechend aufbereitete Erklärungen. Durch sogenannte Audiostelen werden Inhalte in deutscher, englischer und tschechischer Sprache akustisch erzählend vermittelt und spannend aufbereitet. Der Besucher erhält also visuelle und akustische Informationen – Texte werden in Schrift- und Hörform präsentiert. Zahlreiche interessante Bilder, Pläne und Karten bereichern den Informationsgehalt, in dessen Zentrum die beeindruckenden archäologischen Reste verschiedener Bauphase der Kirche stehen. Tribünenartige Terrassierungen laden zum Rasten, Verweilen, Nachdenken und zum Entspannen in reizvoller landschaftlicher Umgebung ein.
Die Historische Dokumentations- und Informationsstätte St. Martin in Ermhof wird eine der herausragenden touristischen Sehenswürdigkeiten des Raums Hersbruck-Sulzbach-Rosenberg. Unterstützen Sie dieses wichtige Projekt zur Kultur-, Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte der mittleren Frankenalb mit einer Spende! Helfen Sie mit, die Historische Dokumentations- und Informationsstätte St. Martin in Ermhof zu verwirklichen!

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Literaturhinweis: Mathias Hensch, Die vergessene Kirche St. Martin in Ermhof - Archäologische Forschungen zur frühen Kirchengeschichte der mittleren Oberpfalz. Ein Überblick über die Grabungsergebnisse der Jahre 2006 und 2007. In: Der Eisengau 31, 2008, 6-31.

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Abschluss der Untersuchung im westlichen Nabburger Zwinger

Sunday, 1. August 2010 20:19

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Zum vorläufigen Abschluss unserer Untersuchungen im westlichen Zwinger der Nabburger Stadtbesfestigung, kam im vierten Untersuchungsschnitt noch einmal ein hoch spannender Befund zutage. Wie schon 2004 im nördlichen Zwingerweg gelang es auch hier, die Vorgängerbefestigung der Burgsiedlung archäologisch zu dokumentieren. Die gemörtelte Mauer hatte eine Breite von 1,6 m im Aufgehenden und etwa 2,1 m im Fundament. Sie bestand aus sorgfältig verlegten größeren Gneis-Lesesteinen. In ihrer Bautechnik unterschied sich dieser Mauerabsachnitt deutlich von den im Videotagebuch Nr. 10 vorgestellten, vielleicht karolingischen Mauerabschnitten. Dagegen zeigt der Befund deutliche Ähnlickeiten zur 2004 erfassten Mauer im nördlichen Zwingerweg, die mit großer Sicherheit in das 10. Jahrhundert gehört (vgl. hierzu Mathias Hensch: Auf den Spuren König Heinrichs I. - erste archäologische Erkenntnisse zur frühmittelalterlichen Nabepurc. In:Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz 8, Büchenbach 2008, 81-116).

Das aus dem stratigraphischen Kontext zur Mauer geborgene Fundmaterial kann vor das 11. Jahrhundert datiert werden, reicht quantativ für eine sichere Datierung jedoch nicht aus. Wir werden aber dank großzügiger Spendengelder vom Lions-Club Schwandorf und vom Lions-Club Oberpfälzer Wald, sowie dem Kreisheimatpfleger für Archäologie, Ernst Thomann, die Möglichkeit haben, Holzkohlen aus dem Setzmörtel über AMS-Radiokarbondatierungen näher zu datieren. Die Sondageuntersuchungen im westlichen Zwinger belegen einmal mehr die zentrale Rolle Nabburgs im früh- und hochmittelalterlichen Herrschaftsgefüge nördlich von Regensburg entlang der Naablinie. Nabburg und das 40 km westlich gelegene Sulzbach dürfen dabei als die zentralen Herrschaftsmittelpunkte des 8. bis 12. Jahrhunderts in der heutigen Oberpfalz nördlich der Donau gelten. Es ist angedacht, die archäologischen Erkenntnisse der letzten rund 20 Jahre zu beiden mittelalterlichen Zentralorten sollen in einer großen Sonderausstellung der Stadtmuseen Sulzbach-Rosenberg und Nabburg 2014 einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Hierzu werden dringend Sponsoren gesucht.

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Neues von der alten Nabepurc - Das Frühmittelalter in Nabburg

Friday, 9. July 2010 16:21

In Teil 10 unseres Schauhütte-Archäologie Video-Grabungstagebuchs aus Nabburg berichten wir über unsere aktuellen Untersuchungen im Zwinger der Stadtbefestigung. Wir stellen spannende Befunde zur frühen Befestigung an der Westflanke der frühmittelalterlichen Burgsiedlung und zu ersten Spuren eines spätmerowingischen Gräberfeldes auf dem Hochplateau auf dem sich heute die Altstadt Nabburgs befindet vor. Neues aus einer alten Stadt - Das Frühmittelalter in Nabburg. Wenn Sie hier klicken, können Sie den Beitrag ansehen…
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Zurück in Nabburg - Fortsetzung und Abschluss der Zwingergrabung

Monday, 5. July 2010 18:16

imgp2013klein.jpgNach der Rückkehr von den Shetlandinseln hat der “Alltag” die Schauhütte wieder: Wir setzen die Grabungen im Vorfeld der Sanierung und Neugestaltung des Nabburger Zwingers fort. Schon am letzten Tag vor unserer Abreise in den Nordatlantik zeichnete sich an der westlichen Stadtbefestigung von Nabburg ein echter archäologischer “Volltreffer” ab, den wir Ihnen nach abschließender Dokumentation der Befunde hier auf www.schauhuette.de präsentieren werden. Nur soviel sei bereits jetzt verraten: Die Befundlage ist völlig unerwartet und von großer historischer Bedeutung… schauen Sie also weiterhin rein, bei Schauhütte-Archäologie.

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Unser neues 3D-Projekt - Rekonstruktionen für den Geschichtspark Bärnau

Tuesday, 29. June 2010 21:27

Für den im Entstehen begriffenen Geschichtspark Bärnau bereiten wir eine 3D-Rekonstruktion eines hier geplanten frühmittelalterlichen Dorfes und einer hochmittelalterlichen Turmhügelburg vor. Die Erstellung zunächst eines Standbildes setzen wir wie gewohnt mit unseren 3D-Partnern und Freunden Szabolzs Domonkos und Peter Molnar von framefusion um. Wir stehen dabei in engem Austausch und Kontakt mit dem wissenschaftlichen Leiter des Geschichtspark, unserem alten Weggefährten Stefan Wolters.

Ständerbau mit schwebendem Gesparre

Wir werden Sie mit Bildern über den Fortgang der Arbeit informieren. Besuchen Sie auch die Webseite von framefusion.

Lohnsitz um 1100 - eine Idealrekonstruktion

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Kirchenarchäologie auf Shetland - Die St. Ninian´s Kirche auf St. Ninian´s Isle

Tuesday, 29. June 2010 21:00

Blick von St. Ninians-Island zum Mainland

Auf der beeindruckenden Halbinsel St. Ninian´s-Isle, die nur über eine schmale Sandbank mit dem Mainland der Shetland-Inseln verbunden ist, fanden Ende der 1950er Jahre archäologische Grabungen am Standort einer frühmittelalterlichen, auf piktische Wurzeln zurückgehenden Kirche statt - der St. Ninian´s-Kirche. Diese stand in prädestinierter Lage am Osthang der Insel, oberhalb der Landzunge, die die Insel mit den Mainlands verbindet.

Reste der St. Ninians-Kirche Die Grabungen ergaben, dass die Kirchengründung spätestens während des 8. Jahrhunderts stattgefunden hat, also bereits deutlich vor der norwegischen Eroberung der Shetlands durch die Wikinger. Die piktisch-keltischen Siedler auf Shetland waren bereits zu einem großen Teil dem christlichen Glauben anhängig. Die frühmittelalterlich-piktische Steinkirche wurde während des 12. Jahrhunderts durch einen Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor ersettz, dessen Reste heute noch sichtbar sind und von Shetland-Amenity in eine Informationsstätte integriert wurden.

St. Ninians Island Schautafel Bei den Ausgrabungen fand 1958 ein als Grabungshelfer eingesetzter Schüler im Übergangsbereich vom Kirchensaal zum Chor einen umfangreichen Silberschatz der Zeit um 800, der neben nordischen Gegenständen auch zahlreiche keltisch-insuläre Schmuck- und Edelmetallgegenstände erbrachte. Die Kirchenreste lassen erahnen, welche Anstregungen die frühen Christen auf Shetland aufsich nahmen, um ihrem neuen Glauben Ausdruck zu verleihen.
Der Platz ist ohne Schwierigkeiten über die Sandbank zu Fuß zu erreichen. Autos können auf dem Mainland gegenüber der Insel geparkt werden.

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Live aus Dale auf Shetland - Frode Iversen erzählt über das “Assembly Project”

Monday, 28. June 2010 21:58

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Dr. Frode Iversen vom Kulturhistorisk Museum Oslo, einer der Leiter des Forschungsprojekts zu nordwesteuropäischen Tingplätzen (”The Assembly-Project”), berichtet einige Details zum vermuteten Tingplatz von Dale auf den Shetland-Inseln. Dr. Mathias Hensch von de Schauhütte-Archäologie versucht aus dem Norwegischen zu übersetzen… um das Video anzusehen, müssen Sie an dieser Stelle klicken.
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Besuch auf Papa Stour - ein Hof des norwegischen Königs des 13./14. Jahrhunderts

Thursday, 10. June 2010 22:28

imgp1722klein.jpgEines unserer nächsten Ziele wird die kleine Insel Papa Stour sein, die neben der Insel Foula einen der westlichsten Punkte der Shetland-Inseln bildet.  Am Mittwoch haben wir die Insel erstmals besucht, um die Messpunkte mit Hilfe eines GPS Gerätes und der Shetlandischen Archäologin Val Turner für die nun folgende geomagnetische Prospektion auszustecken. Hier befand sich im Mittelalter ein Hof des norwegischen Königs. Auf Papa Stour wurde im Jahr 1299 das älteste bekannte schriftliche Dokument der Shetland-Inseln ausgestellt, in dem eine Herzog Haakan Magnusson betreffende Rechtsstreitigkeit auf Papa Stour verhandelt wird.

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Von 1977 bis 1990 fanden auf Papa Stour archäologische Grabungen statt, die u.a. eines mehrphasige, wohl königliche Hofstelle des 13. bis 16. Jahrhunderts erforschten. Die Ergebnisse der Grabungen wurden 1999 von Barbara E. Crawford und Beverly Ballin Smith veröffentlicht.

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2007 wurde am Ort der Ausgrabungen eine archäologische Informationsstätte mit Teilrekonstruktion der Hausbefunde des 13./14. Jahrhunderts eröffnet. Im Zentrum steht die sog. Stofa (”Stube”), ein gut 5 x 6 m großes, aufwändig errichtetes und beheizbares sowie mit einer Latrine ausgestattes Gebäude des 13. Jahrhunderts. Besonders interessant ist eine für derartgie gehobene Bauten im norwegischen Einflussbereich chrakteristische “Mischbauweise” aus Block- und Steinbau. Die Teilrekonstruktion wurde, wie im Mittelalter, mit Bauholz aus Norwegen errichtet, das in traditioneller Bautechnik bearbeitet wurde. Daneben erlaubt der Rundgang einen Blick auf die bei der Grabung erfassten weiteren Bauten im unmittelbaren Umfeld der Stofa. Die Vermittlung der archäologischen Ergebnisse erfolgt zudem über übersichtliche Schautafeln.

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Papa Stour besaß außerdem eine Ting-Versammlungsstätte an der Hamna Voe (”Hafenbucht”) genannten Bucht, die in den nächsten Tagen im Fokus unserer geomagnetischen Messungen stehen wird. Joris Coolen und ich werden am Samstag mit einer kleinen Fähre übersetzen, um auf dem nur wenige Einwohner zählenden Eiland zu arbeiten. In der nächsten Woche werden wir dann durch Natascha Mehler, Frode Iversen und Alexandra Sanmark unterstützt.

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Für Shetland-Reisende ist ein Besuch dieser kleinen Insel sehr empfehlenswert. Die Fähre pendelt jedoch nicht jeden Tag, Vorinformationen sind am besten telefonsich beim Fährterminal zuerfragen. Eine Überfahrt muss zuvor gebucht werden, denn es passen nur wenige Fahrzeuge und Passagiere auf die Fähre.

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