Aktuelles

An dieser Stelle informieren wir Sie über aktuelle Ereignisse rund um die SCHAUHÜTTE. Über ein Feed-back und Kritik unserer Leser würden wir uns sehr freuen.
13.06.2009:
Im Programm des Nordgautages 2009 in Amberg führte eine Exkursion unter der Leitung von Dr. Mathias Hensch zu frühen Orten herrschaftlicher Präsenz im Nordgau nach Kastl, Lauterhofen, Oberammthal und Sulzbach. Die Gruppe, zu der auch der ehemalige Oberpfälzer Regierungspräsident Dr. Wilhelm Weidinger gehörte, ließ sich dabei über neue Erkenntnisse zur frühmittelalterlichen Herrschafts- und Siedlungsgenese berichten. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert, Informationen zur Frühzeit des Raumes aus erster wissenschaftlicher Hand zu erfahren. Die Exkursion machte deutlich, welch großes geschichtliches Potential der Raum Amberg-Sulzbach-Neumarkt besitzt und wie wenig dieses bislang genutzt wird.
25.04.2009:
Die Exkursion für den Förderverein Freunde von St. Martin in Ermhof führte unter der Leitung des Archäologen Dr. Mathias Hensch und des Ortsheimatpflegers von Neukirchen Walter Schraml ins Altmühltal. Zunächst ging es mit den beiden ersten Stationen in den Archäologiepark Altmühltal. Duch die Leiterin der Kelheimer Kreisarchäologie Dr. Ruth Sandner bekamen die Neukirchener Exkursionsteilnehmer einen lebhaften Eindruck in die konzeptionelle Gestaltung des APA und die archäologisch-wissenschaftlichen Hintergründe der besuchten zwei Stationen, dem rekonstruierten spätlatènezeitlichen Tor des Oppidums Alkimoennis bei Kelheim und dem späthallstattzeitlichen Webhaus bei Prunn.
Weiter ging´s zum Kastell Vetoniana oberhalb von Pfünz. Hier bekamen die Teilnehmer einen Eindruck von den enormen Antrengungen der Römer, die obergermanisch-raetische Limesgrenze zu sichern. Zugleich bot das teilrekonstruierte Kastell eine anschauliche Rekonstruktion der Befestigung römischer Kastellbauten des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr.
Von Pfünz aus wurde Dollnstein erreicht, wo es nicht nur ein gutes Mittagessen gab, sondern auch Informationen zur dortigen Burg und der laufenden Sanierung und den von 2006 bis 2008 hier von uns durchgeführten Ausgrabungen.
Hauptziel der Exkursion war anschließend Solnhofen und die dortige Sola-Basilika mit den zu besichtigen archäologischen Befunden. Die Oberpfälzer erfuhren hier von Dr. Hensch interessante Details zur Missions- und Herrschaftgeschichte der regio Eihstat und zur Baugeschichte der Kirche und des Klosters. Zugleich konnten hier Anregungen für die Umsetzung der archäologischen Informationsstätte St. Martin in Ermhof gesammelt werden.
Der letzte Zielort war die ehemalige Einsiedelei und Wallfahrtskirche St. Gunthildis im Schambachtal bei Suffersheim. Hier sind die Grabungsergebnisse an der bis in das 11. Jahrhundert zurückreichen Kirche und ihrer Nebenbebauung ebenfalls sichtbar gemacht worden. Einen architektonischen Kontrastpunkt zu den archäologischen Mauerresten bildet dabei die einem Ammoniten nachempfundene Kapelle, die durch den Suffersheimer Freundeskreis St. Gunthildis in den 1990er Jahren neben der historischen Informationsstätte errichtet wurde.
Der Tag war somit voller interessanter Eindrücke, Informationen und Anregungen. Schön wäre es, wenn die Planungen für die Informationsstätte St. Martin in Ermhof dadurch frischen Wind und neue Energie erhalten hätten.
* ab Anfang März werden wir die Baumaßnahmen in der Straße Neustadt in Sulzbach-Rosenberg weiter archäologisch betreuen.
* Ende Februar planen wir eine Vermessung des Burgstalls auf dem Buchenberg bei Ermhof im Zuge des Projekts St. Martin in Ermhof. Diese Maßnahme führen wir gemeinsam mit der Firma ArcTeam, Regensburg, durch.
* Die Zusammenarbeit beim Projekt St. Martin in Ermhof mit dem Institut für Gerichtsmedizin der Universität Salzburg (Mag. Dr. Jan Kiesslich) nimmt offenbar Formen an. Wir werden über die spannenden Zielsetzungen der DNA-Untersuchungen zum gegebenen Zeitpunkt berichten.
07.12.2008 - Schauhütte im Dezember 2008:
* Bis in den Dezember laufen unsere Untersuchungen zur Befestigung der Burgsiedlung von Sulzbach. Informieren Sie sich bitte hier über den derzeitigen Kenntnisstand der spannenden laufenden Untersuchungen.
* Presseartikel im Eichstätter Kurier zu neuen Erkenntissen bei unseren Grabungen in der Burg Dollnstein
Während sich die Handwerker in der Dollnsteiner Burg die Klinke in die Hand geben, war Archäologe Dr. Mathias Hensch nicht untätig. Die jüngste Grabungskampagne, die im Mai ihren Anfang nahm und jetzt zu Ende ging, hat weitere interessante Ergebnisse an den Tag gebracht.Bild: Restauratorin Natalie Schaarck ergänzt den historischen Putz so, dass ein harmonischer Gesamteindruck entsteht.
So gibt es Hinweise auf einen mysteriösen Graben im Süden der Burg. Hier ist sich Hensch unschlüssig, ob es sich um eine Befestigungsanlage aus vorgeschichtlicher Zeit handelt oder um einen Altarm der Altmühl. Wie auch immer: Jedenfalls wird hier die Siedlungsgeschichte des 8. und 9. Jahrhunderts nach Christus fassbar, denn die Leute damals versuchten diesen Graben zu verfüllen. Mit mäßigem Erfolg, denn das Schüttmaterial sackte immer wieder ab.
Mit dem Graben scheint ein massiver Pfostenwall in Zusammenhang zu stehen. Diese Palisaden, die tief – und damit aufwendig – in den Boden gerammt worden waren, könnten verhindert haben, dass ein vorgelagerter Wall in besagten Graben abrutscht. Weitere Erkenntnisse betreffen den steinernen Saalbau, den Hensch um 1100 datiert. Er ist jünger als die Ringmauer und nimmt Rücksicht auf das bereits stehende Mauerwerk, wie der Archäologe herausgefunden hat. Schlitzfenster in der Ringmauer dagegen deuten auf einen Vorgängerbau dieses Saales hin. Insgesamt muss es zwei Steinbauten nebeneinander gegeben haben, die in einer späteren Bauphase miteinander verbunden wurden.
Die spannendsten neuen Erkenntnisse betreffen den Silberschatz. Er wurde zu einem Zeitpunkt vergraben, als der Steinbau nicht mehr existierte. Die Wertsachen wurden demnach im Freien versteckt. Das Gelände war damals bedeckt mit einer Schicht zersplitterter Kalkplatten, die wohl das Dach des alten Steinbaus gebildet hatten.
Der Besitzer des Schatzes durchstieß diese Steinschicht, hob eine Grube aus und verbarg das Gefäß mit den Silbermünzen und anderen wertvollen Gegenständen darin. Danach verfüllte er das Loch wieder und schüttete erneut Kalkplatten darüber. Das Versteck war so perfekt gestaltet, dass nicht einmal das geschulte Auge des Archäologen die Grube erkennen konnte. Erst bei der Auswertung der Kameraaufnahmen habe man die Grube gesehen, erklärte Hensch. Das könnte auch der Grund dafür gewesen sein, dass der ursprüngliche Besitzer den Hort nicht mehr gehoben hat: Möglicherweise hat er ihn selbst nicht mehr gefunden. Der Archäologe wird die Restaurierung der Burg weiterhin begleiten. Im September und Oktober wird er wieder vor Ort sein, wenn Bauarbeiter die Heizungskanäle verlegen. Gespannt darf man auch auf die wissenschaftlichen Publikationen sein, die diesen archäologischen Ausgrabungen folgen. Immerhin ist die Dollnsteiner Burg eine der wenigen Anlagen in Bayern, die mit modernsten Mitteln erforscht wurde.
* Ermhof, St. Martin. 21.07.2008: Unser Projekt zur früh- und hochmittelalterlichen Kirche St. Martin erhält den diesjährigen Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie Bodendenkmäler. Ein großer Dank geht an das Team, Ines Buckel M.A., Stefanie Birzer M.A. und Matthias Urban, an die Familie Christoph und Gertraud Seitz (Ermhof) und an die Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg sowie an alle Förderer des Projektes!
* Juni/Juli 2008: Ab Anfang Juni führen wir im Zuge von Sanierungsarbeiten archäologische Untersuchungen in der ehemaligen Lateinschule von Sulzbach durch. Als wichtigster Befund darf die Entdeckung einer mittelalterlichen Filterzisterne gelten. Sie können ein Video über die Grabungen bei OTV* Mai 2008: Im Mai führten wir eine weitere vierwöchige Grabungskampagne in der Burg Dollnstein durch.
* Ab August 2008 geht das Projekt zur früh- und hochmittelalterlichen Kirche St. Martin in Ermhof in die dritte Runde. Genaueres zu den Grabungen in Ermhof erfahren Sie hier.* April 2008: - Bauuntersuchungen zum Wohnturm des Steinhofs von Duisburg-Huckingen: Informationen erhalten Sie unter der Rubrik Hintergründe* 15.11.2007 - Fund eines Münzschatzes in der Burg Dollnstein: Presseartikel zu dem bei unseren Ausgrabungen in der Burg Dollnstein entdeckten Münzschatz finden Sie hier.Weitere Informationen erhalten Sie bei der Pressestelle des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in München
* Grabung Ermhof: Am 01.08.2007 filmte ein Team des Bayerischen Rundfunks auf der Grabung im Bereich der früh- bis hochmittelalterlichen Kirche St. Martin in Ermhof (Lkr. Amberg-Sulzbach). Der Sendetermin für den Bericht in der Abendschau war der 05.08.2007.
Am 16.09.2007 bestand die Möglichkeit zum Besuch der Grabungen. Im Rahmen des ökomenischen Martinsfestes der Gemeinde Neukirchen b. Sulzbach-Rosenberg wurden ab Führungen durch den wissenschaftlichen Grabungsleiter Dr. M. Hensch angeboten. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg unter 09663/91300.
Das ökomenische Fest war mit fast 1000 Besuchern ein großer Erfolg und ließ einmal mehr das enorme Interesse der Bevölkerung an den archäologischen Grabungen in Ermhof deutlich werden. Informationen finden Sie hier.







