Ausgrabungen in der ehemaligen Burg Dollnstein

Burg Dollnstein.Burg Dollnstein – Archäologische Ausgrabungen. Grabungskampagne 2007

Die im Vorfeld von Sanierungsmaßnahmen im Bereich der ehem. Hochmittelalterlichen Dynastenburg in Dollnstein (Lkr. Eichstätt) 2006 begonnenen archäologischen Ausgrabungen werden seit Anfang Mai d. J. fortgeführt.

Bereits bei den Untersuchungen im Sommer und Frühwinter 2006 konnten zahlreiche neue und eindrucksvolle Erkenntnisse über die Siedlungsgeschichte Dollnsteins und die Baugeschichte seiner wichtigen Burg gewonnen werden. Informationen zur neuen Grabungkampagne und zu einem Symposium über die Dollnsteiner Burg erhalten Sie auch hier und unter Aktuelles. Presseinformationen zu dem bei den Ausgrabungen entdeckten Münzschatz finden Sie ferner hier.
Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt u.a. der Nachweis einer Holz-Erde-Befestigung des 9./10. Jahrhunderts am Platz der hochmittelalterlichen Burg. Passend zur 1000-Jahr-Feier des Ortes wurden nun eindrucksvolle Befunde zur hochmittelalterlichen Burganlage freigelegt, die die große Bedeutung Dollnsteins als Königs- und später Dynastenburg des 11. und 12. Jahrhunderts beleuchten. Neben umfangreichen Steinbefestigungen der salischen und frühstaufischen Zeit wurden nun die gut erhaltenen Reste eines Saalbaus des 11. oder frühen 12. Jahrhunderts entdeckt. Bei diesem handelt es sich um das Repräsentationsgebäude der salischen Burg. Bautechnik und Größe kennzeichnen dieses Bauwerk als Gebäude von herausragender Funktion innerhalb des ehemaligen Kernburg. Auch dessen exponierte Lage mit der breit gelagerten Traufseite zum Altmühlübergang bzw. zur bereits in römischer Zeit bestehenden Altstraße von Nassenfels nach Weißenburg lassen den repräsentativen Charakter diese Palas erkennen.
Es ist davon auszugehen, dass sich die Burg Dollnstein im 11. Jahrhundert in Königsbesitz befand. Somit dürfte der Auftraggeber für die Errichtung der Steinbefestigungen und des Saalbaus bei den salischen Königen und Kaisern von Konrad II. (reg. 1024-1039) bis Heinrich V. (reg. 1106-1125) zu suchen sein.
Die Burg Dollnstein besitzt einen in großen Teilen erhaltenen salischen Profanbau, der in diesem Erhaltungszustand für die Region und darüber hinaus einmalig sein dürfte. Die Befunde beleuchten den kulturgeschichtlichen Stellenwert der erhaltenen Burganlage, der weit über die Grenzen des Altmühltals hinausreicht.

Die Erhaltung und Präsentation der Baureste im Zuge der didaktischen Erschließung der sog. Burgstallungen zum geplanten Kultur- und Informationszentrum Altmühltal ist sehr wünschenswert. Diese Grabung bei Google-Maps.

Datum: Saturday, 16. June 2007 12:30
Themengebiet: Grabungsprojekte Trackback: Trackback-URL
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