Kirchenarchäologie auf Shetland - Die St. Ninian´s Kirche auf St. Ninian´s Isle
Auf der beeindruckenden Halbinsel St. Ninian´s-Isle, die nur über eine schmale Sandbank mit dem Mainland der Shetland-Inseln verbunden ist, fanden Ende der 1950er Jahre archäologische Grabungen am Standort einer frühmittelalterlichen, auf piktische Wurzeln zurückgehenden Kirche statt - der St. Ninian´s-Kirche. Diese stand in prädestinierter Lage am Osthang der Insel, oberhalb der Landzunge, die die Insel mit den Mainlands verbindet.
Die Grabungen ergaben, dass die Kirchengründung spätestens während des 8. Jahrhunderts stattgefunden hat, also bereits deutlich vor der norwegischen Eroberung der Shetlands durch die Wikinger. Die piktisch-keltischen Siedler auf Shetland waren bereits zu einem großen Teil dem christlichen Glauben anhängig. Die frühmittelalterlich-piktische Steinkirche wurde während des 12. Jahrhunderts durch einen Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor ersettz, dessen Reste heute noch sichtbar sind und von Shetland-Amenity in eine Informationsstätte integriert wurden.
Bei den Ausgrabungen fand 1958 ein als Grabungshelfer eingesetzter Schüler im Übergangsbereich vom Kirchensaal zum Chor einen umfangreichen Silberschatz der Zeit um 800, der neben nordischen Gegenständen auch zahlreiche keltisch-insuläre Schmuck- und Edelmetallgegenstände erbrachte. Die Kirchenreste lassen erahnen, welche Anstregungen die frühen Christen auf Shetland aufsich nahmen, um ihrem neuen Glauben Ausdruck zu verleihen.
Der Platz ist ohne Schwierigkeiten über die Sandbank zu Fuß zu erreichen. Autos können auf dem Mainland gegenüber der Insel geparkt werden.

