Unterschungen im Egloffsteiner Palais in Sulzbach-Rosenberg

Blick in die Ru�kuchl des Egloffsteiner Palais während der Grabung
Die kleinräumige archäologische Untersuchung in der ehemaligen Rauchkuchel des Egloffsteiner Palais, Kunst-Fischer-Gasse 17 in Sulzbach-Rosenberg, lässt in Ergänzung der bereits 1999 abgeschlossenen Baubefundung einige wesentliche Detailaussagen zur Baugeschichte des Hauses zu.
Lage des Egloffsteneiner Palais in der AltstadtDemnach entstand das Gebäude während des 14. Jahrhunderts. Vermutlich noch in dessen erster Hälfte. Die Radiokarbondaten aus Holzkohle im Setzmörtel deuten auf den Zeitraum von ca. 1300 bis 1369. Möglicherweise wurde das Gebäude demnach bereits vor der um 1355 erfolgten Stadterweiterung unter Kaiser Karl IV. erbaut, in der Sulzbach als politisches Zentrum der kaiserlichen Gebiete in der heutigen Oberpfalz große Förderung zuteil wurde.
Grundriss mit Grabungsfläche (rot)Der Kernbau besaß einen Halbkeller bzw. ein Souterraingeschoss, wobei unklar ist, ob dieses Geschoss allein als Lageraum diente. Der Kernbau hatte einen leicht trapezoiden Grundriss von ca. 8 x 10 m Grundfläche und war als massiver, qualitätvoller Bruchsteinbau ausgeführt, dessen Mauerwerk noch romanische Bautraditionen erkennen lässt. In einigen Teil des Erdgeschosse war während des 14. Jahrhunderts ein qualitätvoller Mörtelestrich mit Ziegelsplittbeischlag verlegt. Ebenfalls im 14. Jahrhundert war das Dach des Hauses mit Hohlziegeln vom Mönch-Nonne-Typ eingedeckt
grundriss_wohnturm-kopieweb.jpgZwischen ca. 1400 und 1470 wurde die Nordmauer des untersten (Keller-)Geschosses eingerissen und das Haus nach Norden um gut 8 m auf den heute noch im Wesentlichen bestehenden Grundriss erweitert. In seinem Erdgeschoss besaß das Gebäude zumindest im untersuchten östlichen Raum (Küche?) einen Lehmfußboden.
Das Fundmaterial des 15. bis 17. Jahrhunderts lässt für den untersuchten Bereich der Rauchkuchel an eine Küchennutzung dieses Teils des Haus denken, womit für die Lage der Küche Kontinuität vom Spätmittelalter bis in das 20. Jahrhundert nachgewiesen wäre.
Die archäologischen Untersuchungen haben somit einen wesentlichen Beitrag zur Geschichte des Egloffsteiner Palais und der sog. Neustadt leisten können.

Datum: Sunday, 17. June 2007 12:24
Themengebiet: Grabungsprojekte Trackback: Trackback-URL
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