Die Lange Gasse in Sulzbach - im Randbereich der spätmittelalterlichen Stadt

Lange Gasse 13 während der Untersuchungen

Der Abbruch der Bebauung Lange Gasse 13 /13A in Sulzbach (Stadt Sulzbach-Rosenberg) und die geplante Neubebauung bzw. Sanierung bestehender Gebäudeteile erforderte eine zweitägige archäologische Notdokumentation im ehemaligen Zwingerbereich des nordöstlichsten Abschnitts der spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Stadtbefestigung der Sulzbacher Neustadt.

Nach Absprache mit der Dienststelle Regensburg des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und dem zuständigen Architekturbüro Planungsgruppe Meiller-Dittmann (Amberg/Sulzbach-Rosenberg) wurden die archäologischen Arbeiten am 27. und 28. September 2004 durchgeführt.
Die Analyse der Schichtenverhältnisse hat in Hinblick auf die historischen Fragestellungen nach den ursprünglichen Niveaus im Zwingerbereich vor der Stadtmauer und nach dem Verlauf der ehemaligen Zwingermauer auf dem Grundstück Lange Gasse 13 folgende Ergebnisse erbracht:

Der natürliche Fels erreicht an vielen Stellen noch heute fast rezentes Oberflächenniveau. Während des späten Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit lag das Niveau innerhalb des Zwingers daher wahrscheinlich im Bereich der heutigen Oberflächen, vorausgesetzt man hat beim Bau des 2004 abgebrochenen Gebäudes nicht größere Schichtaufträge beseitigt und abplaniert, was bedeuten würde, dass die historischen Oberflächen höher als das heutige Oberflächenniveau lagen.

Profilaufschluss am Rand der ZwingermauerDie älteste künstliche Aufplanierung im ehemaligen Zwingerbereich kann nicht datiert werden, gibt aber möglicherweise ein Niveau an, welches vor dem Bau einer Zwingermauer im 16./17. Jahrhundert (?) aufgebracht wurde. Die Aufplanierungen zur Überschüttung des natürlichen Hangabfalls bzw. möglicherweise einer Grabenböschung sind archäologisch mit einiger Wahrscheinlichkeit in die Neuzeit zu datieren.
Im untersuchten Abschnitt ist die mittelalterliche/frühneuzeitliche Zwingermauer nicht mehr erhal-ten. Bei dem Fundamentmauerzug im westlichen Teil des Grundstücks könnte es sich unter Vorbe-halt um Reste einer frühneuzeitlichen Zwingermauer handeln, die jedoch aus Mangel an Funden ebenfalls nicht genau datiert werden kann.

Datum: Sunday, 23. September 2007 12:35
Themengebiet: Grabungsprojekte Trackback: Trackback-URL
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