Beitrags-Archiv für die Kategory 'Grabungsprojekte'

Neues aus Umelsdorfs Frühzeit

Sunday, 24. April 2016 16:16

Neues aus dem schönen Umelsdorf bei Kastl im westlichen Landkreis Amberg-Sulzbach. Die sehenswerte romanische St. Nikolaus-Kirche hatte einen steinernen Vorgängerbau!

umd_1.JPG
Diese ältere Kirche war nach Osten hin etwas kürzer als ihr Nachfolger des 12. Jahrhunderts und gegenüber diesem leicht nach Süden verschoben. Mit großer Wahrscheinlichkeit besaß sie als Chorabschluss eine halbrunde Apsis. In den kleinen Sondagen, die zur Beurteilung der Statik des heute stehenden Kirchleins angelgt werden mussten, konnten wir u.a. ein Teilstück der Südwand und den südlichen Choreinzug dieser wahrscheinlich vorromanischen Kirche untersuchen. Das Mauerwerk bestand aus vermörtelten Lesesteinen, wie es im Raum Lauterhofen-Sulzbach charakteristisch für den frühen Steinbau der karolingischen, ottonischen und frühsalischen Zeit ist. An der Innenseite dieser Wand hatten sich Reste des ursprünglichen, weiß getünchten Innenputzes erhalten, der zur Bestandszeit der Kirche mindestens einmal erneuert wurde. Die frühe Kirche war gegenüber ihrem Nachfolger deutlich mehr nach Norden gedreht und damit nicht genau geostet.
In der Bauflucht der frühen Kirche stand zudem ein weiteres Steingebäude, das möglicherweise profan genutzt wurde. Von diesem haben wir ein kleines Teilstück westlich der heutigen Kirche untersuchen können. Auch dieser Steinbau muss älter sein, als die heutige Kirche des 12. Jahrhunderts.
Holzkohlen aus den Setzmörteln beider früher Steinbauten befinden sich bereits zur Altersbestimmung bei Beta-Analytic in den USA… Wir werden Euch berichten, wenn die Ergebnisse vorliegen.

umd_2.JPGumd_3.JPG

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Der Pfahlrost einer hölzernen Brücke an der Alten Straße in Sulzbach

Friday, 22. April 2016 20:58

Der Neubau der Brücke über den Erlbach in Sulzbach (Stadt Sulzbach-Rosenberg) bietet einen Einblick in die Konstruktion vorbetonzeitlicher Brücken. Der Bachübergang liegt im Bereich Alte Straße - Erlheimer Weg, einer der ältesten Altwegeverbindungen von Ostranken nach Böhmen, die besonders im Mittelalter und der frühen Neuzeit stark frequentiert war. Ein Strang der sog. Goldenen Straße quert an dieser Stelle den wasserreichen Bachlauf.
Wir begleiten seit heute die Baumaßnahmen an dieser Stelle archäologisch und sind heute fündig geworden. Ein Rost aus mindestens acht parallelen Reihen von hochgrechnet etwa 60, teilweise bis zu 7 m unter die heutige Oberfläche reichenden Holzpfählen kam im Bereich des Altwegeübergang zum Vorschein und wird sukkzesive dokumentiert. Jeder der Pfosten ist unten angespitzt und metertief in das Bachbett eingerammt worden. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Jochbrücke, wobei allerdings die dichte Setzung der Pfähle bemerkenswert ist. Da in der Uraufnahme an dieser Stelle keine Brücke verzeichnet ist, könnte die Konstruktion auch erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts, vielleicht sogar erst im 20. Jahrhundert entstanden sein. Hierfür mögen die große Einrammtiefe einiger Pfähle und die Breite der Brücke sprechen, die der heutigen Fahrbahnbreite entspricht. Da alle Stämme roh belassen wurden und zudem in dem nassen und lehmigen Untergrund hervorragend erhalten sind, dürfte eine dendrochronologische Datierung möglich sein. Das wird spannend…Einen Pressebericht zu den laufenden Untersuchungen finden Sie hier.

erlheim2.jpg

erlheim3.jpg erlheim1.jpg

erlheim.jpg

Bild unten (c): A. Royer, Der Neue Tag, Sulzbach-Rosenberger Zeitung

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Im Jahr, als dänische Wikinger Paris belagerten, legten die Schmiede am Krumbach den Hammer nieder…

Wednesday, 20. April 2016 4:53

Im 9. Jahrhundert belagerten dänische Wikinger eine der Hauptstädte des westfränkischen Reiches - Paris. Die Belagerung geschah in dem Jahr, in dem die Schmiede am Krumbach in Kümmersbruck ihre Hämmer für immer niederlegten und die Produktion von Messern, Sicheln, Schlössern und Schlüsseln, Geschossspitzen und Schwertern an diesem Platz einstellten…
Der Dendrochronologe Franz Herzig vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Thierhaupten konnte nun im Zuge von Voruntersuchungen an Holzkohlen unserer Grabung in Kümmersbruck nicht allein zahlreiche Baumarten bestimmen, sondern auch die Fällung einer Buche zur letzten Holzkohleproduktion unmittelbar vor der Aufgabe der Produktion auf das Jahr 886 n. Chr. datieren - das Jahr der Belagerung von Paris durch die Wikinger und das letzte Regierungsjahr Kaiser Karls III., des jüngsten Sohns Ludwig des Deutschen! Somit haben wir eine absolute Datierung zum Ende unseres Handwerkerareals. Das ist großartig.

utrechter-psalter-kopie.jpg

Darstellung einer Hochesse im Utrechter Psalter, um 820 n. Chr. (Universitetsbibliothek Utrecht, Niederlande)
schlussel.jpg

Schlüssel aus dem Jahr 886 n. Chr. aus einer Esse am Kümmersbrucker Bachweg Foto (c): Bayerischer Rundfunk

Thema: Grabungsprojekte | Kommentare (0)

Frühmittelalterliche Eisenerzverhüttung am Högenbach in Hartmannshof

Friday, 15. April 2016 22:02

Ein weiteres Puzzelstück zu unserer Kenntnis über die frühmittelalterliche Eisenerzeugung auf der mittleren Frankenalb - die Radiokarbondaten zum Verhüttungsofen aus Hartmannshof, den Kreisheimatpfleger Werner Sörgel vor einigen Jahren notdokumentiert hat, sind da… Schon die im Umfeld des Ofens gefundene Keramik deutete es an, der Ofen gehört zu den ältesten Nachweisen mittelalterlicher Eisenerzverhüttung im “Ruhrgebiet des Mittelalters” auf der mittleren Frankenalb: Die Holzkohle aus dem Ofenlehm erbrachte ein Radiokarbonalter von 1290 +/- 30 Jahren vor 1950, was einem Kalenderalter zwischen 660 und 770 n. Chr. enspricht. Der sicherlich größere Verhüttungsplatz befand sich in charakteristischer Bachnähe, südlich des Högenbachs. Im Nahbereich von Hartmannhof finden sich ausdehnte Alberzgänge, die zudem an den wichtigsten Passrouten zwischen Hersbruck und Sulzbach liegen. Der Ofen belget, dass die Erze an den verkehrsgeographisch und herrschaftsgeschichtlich wichtigen Wegeverbindungen bereits in spätmerowingisch-frühkarolingsicher Zeit aufgeschlossen und verhüttet wurden, das Eisen sicherlich auch in größerem Umfang weiterverarbeitet wurde. Die Ergebnisse werden zeitnah in eine Publikation zum montangeschichtlichen Kontext des frühmittelalterlichen Verhüttungsofens einfließen. Einmal mehr zeigt sich hier aber exemplarisch die Notwendigkeit der festen Etablierung eines professionellen Stützpunktes für Montanarchäologie in der westlichen Oberpfalz und im östlich angrenzenden mittelfränkischen Raum. Wir danken Werner Sörgel (Hartmannshof) für die vertrauensvolle Kooperation.

(c) Mathias Hensch

Bildrechte Uraufnahme (c): Bayerische Vermessungsverwaltung

hartmannshof.jpg

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Der Turm des Hartnit de Tiuren - ein 900 Jahre alter Campanile in Theuern

Thursday, 14. April 2016 17:25

Wir bleiben in Theuern - allerdings auf festem Grund - offenbar im Bereich der Curtis des Harnit de Tiuren: Zur Zeit begleiten wir die Außensanierung der St. Nikolaus-Kirche. Der Kirchensaal setzt im Nordwesten an einen bemerkenswerten älteren Glockenturm an. Dieser Turm ist von erstaunlicher Bauqualität und in einem bemerkenswerten, weitgehend originalen Erhaltungszustand bis einschließlich der Glockenstube. Die Außenschalen bestehen in den freigelegten unteren Mauerpartien aus mittelgroßen und großen, ursprünglich sehr sauber flächig abgearbeiteten Kalksteinquadern, die sehr horizontal-lagig versetzt wurden. Im Inneren findet sich äußerst qualitätvolles Kleinquadermauerwerk mit Fugenkellenstrich (sog. pietra-rasa-Verputz) und originalen Schlämmen. IN jeder Geschossebene sind originaleLichtschlitze erhalten. Der Turm stand ursprünglich frei, er war als Campanile konzipiert. An seiner Südostecke hat sich im Bereich des heutigen Zugangs in das Dachwerk der Kirche relativ großflächig ein wohl vorgotischer Außenputz erhalten, der ocker gefasst war und eine weiße Quaderstrichbemalung aufweist. Dieser Putz mit Unterputz könnte möglicherweise noch zur ersten Bauphase des Turms gehören.

imgp6836.JPG

Der Turm besaß zur Erbauungszeit erstaunlicherweise offenbar drei (!) Zugänge. Eine heute zum einem Fenster reduzierte Zugangstür in der Westwand dürfte ursprünglich in mindestens 3 m Höhe gelegen haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Turm hier über eine Holzbrücke mit einem westlich stehenden profanen Bauwerk verbunden war.
Das gilt auch für den zweiten, heute durch eine relativ frühe Veränderung veunklarte Zuganssituation in der Südwand des Turms. Diese Tür befand sich ursprünglich wahrscheinlich auf gleicher Höhe wie die Tür in der Turmwestwand, da die Ansätze beider Schwellensituationen im Inneren auf gleicher Höhe liegen. Somit würde dann auch diese Tür, deren westliche Laibung erhalten ist, auf ein weiteres (?) wahrscheinlich profanes Gebäude hinweisen, das südlich bzw. südwestlich von Turm und Kirche stand und über einen hölzernen Hochsteg mit dem Turm verbunden war. Möglich ist auch ein L-förmiger Baukörper westlich des Turms. Die Abnahme des Putzes am Außenbau bis auf etwa 4 m Höhe am Turm wird sicherlich zu den ursprünglichen Zugängen genauere Aussagen ermöglichen.
imgp6844.JPG Der dritte Eingang scheint ebenfalls bauzeitlich zu sein. Er befand sich in der mitte der Ostwand des Turms und ist heute nur noch in seinem oberen Drittel zu sehen. In gotischer Zeit wurde diese Tür als Durchgang von der nun breiteren Kirche in den Turm genutzt. Die Tür ist auch von innen in der Kirchenwestwand noch gut sichtbar. Aufgrund der Laibungen im Inneren des Turms dürfte es sich aber ursprünglich um einen ebenerdigen Zugang in den Turm handeln, der vom Freien in den Turm führte. Genau diese Situation findet sich auch beim Stephansturm im nahen ensdorf aus dem Jahr 1075, hier jedoch in der Westwand. Anhand der Mauertechnik dürfte der Theuerner Turm etwa in der Zeit um 1100 bis ca. 1125 entstanden sein. Er dürfte zu den am besten erhaltenen und ältesten Glockentürmen (und möglicherweise profan genutzten Türmen, s.u.) der Oberpfalz gehören. Für eine 14C-Datierung konnten wir Holzkohlen aus dem Setzmörtel der 1. Bauphase isolieren.
Die Befunde am Turm belegen außerdem, dass die romanische Kirche wahrscheinlich nach Süden mit ihrer Nordwestecke an die Südostecke des Turms anschloss – Turm und Kirche standen demnach wie in Ensdorf wohl Ecke an Ecke. Setzt man voraus, dass die gotsiche Kirche nach Süden die Ausdehnung ihres romanischen Vorgägners übernahm, so hätte letzterer folglich eine Breite von nur etwa 5,5 m gehabt.
imgp6912.JPG

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Kirche und Turm ursprünglich zur Curtis (Herrenhof) des bereits um 1092 genannten Ministerialgeschlechts der Herren von Theuern gehören. Zudem ist Theuern im 12. Jahrhundert als Gerichtsstätte überliefert. Die Herren von Theuern zählten in salischer und frühstaufischer Zeit eindeutig und ohne Zweifel zum Gefolge der mächtigen Sulzbacher Grafen auf dem Nordgau. Diese herrschaftliche Zugehörigkeit erklärt wohl die herausragende Bauqualität des Turms. Aufgrund seiner Größe, der lichten Weite und seiner mehrfachen Erschließung könnteder Turm vielleicht uch als Wohnturm des Adelssitzes gedient haben. Ohne Zweifel belegt der Turm der Nikolauskirche aber eine architektonisch herausragende Ausstattung dieser Curtis der Sulzbacher Gefolgsleute in Theuern.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Kirche und Turm ursprünglich zur Curtis des bereits um 1092 genannten Ministerialgeschlechts der Herren von Theuern gehören. Zudem ist Theuern im 12. Jahrhundert als Gerichtsstätte überliefert. Die Herren von Theuern gehörten in salischer und frühstaufischer Zeit eindeutig zum Gefolge der Sulzbacher Grafen auf dem Nordgau. Diese herrschaftliche Zugehörigkeit erklärt wohl die herausragende Bauqualität des Turms. Aufgrund der Größe, lichten Weite des Glockenturms und aufgrund seiner mehrfachen Erschließung ist außerdem zu diskutieren, ob der Turm nicht auch als Wohnturm des Adelssitzes gedient haben kann. Ohne Zweifel belegt der Turm der Nikolauskirche eine architektonisch herausragende Ausstattung dieser Curtis der Sulzbacher Gefolgsleute in Theuern.

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Theuern erhält eine neue Brücke über die Vils - und wir sind dabei…

Saturday, 9. April 2016 18:47

Das wird nun richtig spannend… Heute haben wir von der Gemeinde Kümmersbruck den Auftrag zur archäologischen Begleitung der Baumaßnahmen einer neuen Brücke über die Vils im Ortsteil Theuern erhalten. Die Brücke wird an den historischen Standort zurückverlegt werden, was es möglich erscheinen lässt, hier frühe Brückenkonstruktionen anzutreffen. Noch in der Uraufnahme aus der Zeit zwischen 1808 bis 1864 ist an dieser Stelle eine Holzbrücke verzeichnet. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich in diesem Bereich auch schon während des Mittelalters eine Brücke über den schiffbaren Fluss befand.
Theuern wird bereits um 1092 erstmals schriftlich genannt. Sehr interessant ist, dass es hier schon zu dieser Zeit eine ortsansässige Adelsfamilie gab, wie die Nennung eines “Hartnit de Tiuren” in einer Urkunde des Klosters Niedernburg in Passau belegt. Auch im 12. Jahrhundert ist dieser Ortsadel belegt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich der herrschaftliche Hof, die sogenannte Curtis dieses Ministerialengeschlechts im Areal des späteren Hammerschlosses an der Vils befunden hat. Wäre dem so, dann hat es möglicherweise schon um 1100 (oder gar früher) einen festen Übergang über die Vils gegeben. Die Nähe zum Eisen verarbeitenden Hammerschloss macht es zudem möglich, dass es im Mittelalter in Theuern eine Ladestatt für die Vilsschiffe gab, über die die Eisenprodukte in Richtung Regensburg verladen werden konnten. Theuern gehört außerdem zu den wenigen Orten des Vilsraums, in denen wir (gleich zwei) frühmittelalterliche Friedhöfe - links und rechts der Vils, aus der Zeit um 700 n. Chr. kennen. Dem Orstnamen liegt womöglich der Personenname “Tiuro” zugrunde, der dann sicherlich in frühmittelalterliche Zusammenhänge gehören würde.
Wir freuen uns sehr über diesen Auftrag und - einmal mehr - über die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kümmersbruck, die sich bereits 2015 als sehr konstruktiv und freundlich dargestellt hat. Wir werden Euch berichten, was wir archäologisches bei den Baumaßnahmen zutage fördern.

theuern.jpgBild: Uraufnahme von Theuern (1808-1864) mit der Vilsbrücke, der Kirche St. Nikolaus und dem barocken Hammerschloss rechts der Vils; (c) Bayerische Vermessungsverwaltung

779x467.jpg

Foto (c) Mittelbayerische Zeitung (aeu)

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Radiokarbonuntersuchungen an einem Rennofenbefund aus Hartmannshof zwischen Hersbruck und Sulzbach-Rosenberg

Friday, 8. April 2016 17:53

Und wieder tut sich etwas in Sachen “Forschungsfortschritt Montanarchäologie auf der mittleren Frankenalb”.
Vor einigen Jahren konnte der ehrenamtliche Beauftragte für Bodendenkmalpflege im östlichen Landkreis Nürnberger Land, Werner Sörgel, auf einem zur Neubebauung anstehenden Grundstück in Hartmannshof zwischen Hersbruck und Sulzbach-Rosenberg Reste eines Rennfeuerofens zur Eisenerzverhüttung dokumentieren und zahlreiche Brocken der Ofenlehmwandung und typische Verhüttungsschlacken bergen. Ferner fand sich im Kontext des Ofens wellenbandverzierte Goldglimmerkeramik des Frühmmittelalters. Herr Sörgel stellte uns nun dankenswerterweise das Fundmaterial aus dieser Notgrabung zur genaueren Untersuchung und Publikationsvorbereitung zur Verfügung. Im Rahmen der aktuellen Forschungen zur Montangeschichte der Region können wir den Ofenbefund nun mittels AMS-Radiokarbondatierung aus Holzkohleeinschlüssen in der Schlacke versuchen, genauer zu datieren. Die Probe wurde von uns an das Labor von Beta Analytic in Miami/USA geschickt, erbrachte nach der Vorbereitung genügend reinen Kohlenstoff und befindet sich bereits in der Messung. Die Finanzierung der 14C-Datierung wird freundlicherweise durch den Landkreis Nürnberger Land über Haushaltsmittel für den Beauftragten für Bodendenkmalpflege übernommen. Wir sind sehr gespannt auf die Daten, halten Euch auf dem Laufenden und werden den Befund in einer kleinen Publikation würdigen.

beta3.JPG

beta2.JPG

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Funde aus über 1000 Jahren Heinrichskirchen

Friday, 25. March 2016 8:50

Etwa 1000 Jahre liegen zwischen diesen Funden aus Heinrichskirchen: Silberknöpfe eines Gehrocks oder einer Festtagsweste sowie Reste eines Rosenkranzes mit Kruzifix in einem Männergrab der Zeit um 1860…
hk1.jpg

…und Fragmente eines frühmittelalterlichen Gefäßes des 9./10. Jahrhunderts aus dem Bereich des späteren neuzeitlichen Friedhofs.
Die Keramikfunde belegen offenbar eine ältere frühmittelalterliche Siedlung, die auf grundherrliche Initiative im Hochmittelalter eine Kirche erhielt. Der Name dieser älteren Siedlung hat nicht überlebt.

hk2.jpg

Infolge des heutigen Ortsnamens kommen als mögliche Kirchengründer im wesentlichen drei unterschiedliche Heinriche in Betracht:
1. Heinrich II., König von 1002 bis 1014, Kaiser von 1014 bis 1024. Heinrich II. schenkte dem neu gegründeten Bistum Bamberg nach 1007 eine große Anzahl an Königsgut auch in der heutigen Oberpfalz. Darunter befand sich beispielsweise die Ortschaft Wenigrötz, 17 km südwestlich von Heinrichskirchen. Ein Anliegen der Bistumsgründung Heinrichs II. in Bamberg war u.a. die seelsorgerische Betreuung der in Nordostbayern ansässigen Slawen. Da Heinrichskirchen in einer stark mit slawischen Ortsnamen durchsetzten Siedlungslandschaft liegt, ist es hypothetisch denkbar, dass die Kirche als ein Ausgangspunkt zur kirchlichen Organisation der zu großen Teilen slawischen Bevölkerung im Raum um Rötz gegründet wurde.
2. Heinrich, Graf auf dem Nordgau 980 bis 1017. Der reichspolitisch einflussreiche Nordgaugraf Heinrich (”von Schweinfurt”) hatte eine herzogsgleiche Stellung im Raum nördlich von Regensburg inne. Durch eine Fehde mit König Heinrich II. 1003 wurde er kurzzeitig seiner Ämter enthoben, aber bereits wenig später zumindest zum Teil wieder in die Nordgaugrafschaft eingesetzt. Die Hauptburg seiner Familie lag bis zu seinem Tod 1017 wahrscheinlich in Sulzbach. Erst 1033 wird sein Sohn Otto als “de Suinvord” (von Schweinfurt) nach dessen jüngeren Amtssitz im Volkfeldgau benannt. Die Nordgaugrafen betrieben im Raum östlich von Nabburg vom 10. bis zum 12. Jahrhundert einen massiven Landesausbau.
3. Graf Heinrich I. von Ortenberg-Murach (gest. 1241). Die Familie der Ortenberg gelangte in den Besitz großer Ländereien in diesem Raum durch Erbe, dass sie nach 1188 von den mächtigen Grafen von Sulzbach übernahmen. Hierzu gehörte auch ihre Hauptburg Murach, daneben besaßen sie aus dem Besitz der Sulzbacher Grafen und dem Halbbruder Graf Berengars von Sulzbach, Kuno v. Horburg, u.a. auch die wichtige Burg Warberg bei Neunburg v. Wald. Heinrich I. von Ortenberg-Murach nahm eine Anzahl von Schenkungen und Taschgeschäften an das Kloster Waldsassen vor.
Dass Heinrichskirchen auf Heinrich den Löwen zurückgeht, wie es die bei der heutigen Bevölkerung lieb gewonnene Lokalsage erzählt, kann dagegen sicher ausgeschlossen werden.

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Neuzeitarchäologie in Herinrichskirchen

Tuesday, 22. March 2016 19:02

Die Grabungssaison beginnt für das Schauhütte-Team im schönen Heinrichskirchen, einem kleinen Dorf im nordwestlichen Landkreis Cham. Die dortige Kirchengemeinde plant den Bau einer unterkellerten Erweiterung der Sakristei an der Nordseite der St. Nikolaus-Kirche. Wie zu erwarten, erfassen wir hier einen Teil des ehemaligen Friedhofs, des wohl im 11. Jahrhundert gegründeten Dorfes. Die bisher untersuchten Gräber gehören allerdings einer sehr jungen Belegungsphase des Kirchhofs an. Doch geben Kleidungsstücke, Elemente der Totentracht, Rosenkränze, hölzerne und metallene Kruzifixe, Applikationen, Fingerringe und Münzen interessante Einblicke in die Begräbniskultur des 19. Jahrhunderts. Auch Neuzeitarchäologie hat ihren Platz und gehört zu unseren Arbeitsfeldern.

ab.JPG

Thema: Grabungsprojekte | Kommentare (0)

St. Nikolaus in Umelsdorf - Denkmalkleinod des 12. Jahrhunderts in der mittleren Oberpfalz…

Friday, 26. February 2016 0:02

Der kleine Ort Umelsdorf bei Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach besitzt mit der romanischen Saalkirche St. Nikolaus ein Denkmalkleinod. Der Ort wird bereits um 1159 erwähnt, als das nahe Koster Kastl hier einen Hof durch Schenkung des babenbergischen Ministerialen Heinrich von Pfaffenhofen erhält. Anhand der Mauertechnik lässt sich vermuten, dass der Kernbau der Kirche im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Wahrscheinlich während des 13. Jahrhunderts erhielt das Gotteshaus über dem älteren Rechteckchor einen mächtigen Chorturm. Der romanische Bau hat sich bis heute vollständig erhalten.
Im Zuge von Fundamentsanierungen werden wir in den kommenden Wochen kleinere archäologische Untersuchungen an dem Kirchlein durchführen. Wir sind gespannt, was uns dabei erwartet und werden an dieser Stelle berichten.

12734111_962460743807641_6796273522724851079_n.jpg

Foto (c): www.oberpfalz-luftbild.de (Alois Laumer, Weiden).

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

  • ghazals a mp3 je t'aime jane birkin of
  • organization codec pack a win7 hamacher
  • geforce2 a nursery rhymes audio songs go
  • they a what u wanna do by wizkid are
  • 5233 nokia 200 ringtone a youtube
  • cirque a kamus bahasa inggris blackberry 8520 du
  • burner a cd nx zero alem de mim xp
  • italiano giochi nokia n8 a windows
  • hati a pakistani pop albums sm*sh
  • raza minecraft welt a alpha qadri
  • braveheart a movie maker xp 2011 in
  • app a fluid jailbreak software android
  • do smb a for mac win
  • a la decision mas dificil chá
  • cfg xfoil a windows 7 2012
  • song doom 3 a full version free for
  • song a giáo trình photoshop 8.0 avril
  • acura a 3.40 ps3 update tl
  • of a ringtone maroon 5 one more night rab
  • d a song billo yaar di mika book
  • compaq a hp 2810 firmware d530
  • senta a sentinel superpro driver na
  • video free mp3 a of uptown girl by westlife roly
  • pc a st12 terjatuh mp3 tools
  • ba a 9 1 2 weeks ta
  • engineering a clip mobile wallpaper e71 books
  • in alchemist domo genesis a chains
  • is a sway from shall we dance life
  • del a lapit by yeng constantino rey
  • the pool of radiance game a fortune
  • butler a jogos point and click used
  • djavan ceca ja cu prva a mp3 2011
  • 12 a lumina ochilor mei film indian xbox
  • datepicker a juno for ipod calendar
  • for a força e vitoria eliana ribeiro mp3 dos
  • rancher a more android live wallpapers battle
  • windows mr right 2009 a xp
  • ensino liyana kus kus mp3 a medio
  • ready kalibrados a cartas na mesa or
  • video a esta la escoba songs
  • of megadeth a festival 2012 yesudas
  • of a with manager nexus not working prey
  • mnie two headed boy a mp3 kochaj
  • miami a gasoline for gta sa vindication
  • unblocker a weird al party in the cia software
  • príncipe o segredo a avi encantado
  • sd a personagens the sims 3 kelas
  • to unreal tournament a 2004 demo unlock
  • 5008 digital photo keychain driver a vorlage
  • game initial d soundtrack a free for
  • instruments a naruto cap 533 ita fm8
  • mermaid a batman begins.1080p dual audio tale
  • 8.5i a media player 12 for windows 7 update
  • aleksic a sertanejo 2011 remix mp3
  • notas a bob esponja confronto gelado dublado windows
  • hits a mp3 lemme see yes3x
  • 13 a oav dragon ball z in
  • in 7 things a free mp3 1
  • colors a truyen tranh tuy quyen full by
  • after a teachers day songs english effects
  • and favores em cadeia a legendado furious
  • partition a papercraft iron man manager
  • op john denver a music full
  • texas a police siren wav hold'em
  • screen a free wuthering heights book video
  • paps a the maid of fairbourne hall lebih
  • ryno a black flag live 84 shot
  • torino l'aura eclissi del cuore a zippy driver
  • aashiqana dima bilan a mp3 movie
  • powers atlas histologia a sobotta ringtone
  • b a mk deadly alliance pc home
  • payne md5 decryption tool a free size
  • reader fireflies owl city a free
  • padrino imperium civitas 3 a gratis crack
  • de a battlefield vietnam rip pc cheiro
  • kertas a perahu layar campursari 1
  • 11.10 ubuntu 9.10 amd a wubi
  • no yoga a free videos weight loss cheat
  • racing gta san andreas a 100 complete savegame hd
  • 5 supernatural 7x19 a rmvb season
  • lei som do barzinho a mi
  • man a canon pixma 1800 hinh
  • drama kaanta laga song a mp3 english
  • de a prince persia warrior within crack file rede
  • boomerang a lagu bondan bunga milikmu
  • men a archydro for arcgis 10 sarge's
  • external a ios router 1700 hard
  • for a eiffel i'm in love dvdrip w810i
  • cafea ocr control center 3 a amara
  • run a zoo tycoon no cd patch app
  • indonesia a mr brain episode 1 terbaru
  • kar a fifty shades freed kindle 2011
  • apenas a song bolo na tumi amar um
  • 10 behind enemies lines a flash
  • cds free a digger adventures game exam
  • toll ddo a not working movie