Beiträge vom June, 2010

Unser neues 3D-Projekt - Rekonstruktionen für den Geschichtspark Bärnau

Tuesday, 29. June 2010 21:27

Für den im Entstehen begriffenen Geschichtspark Bärnau bereiten wir eine 3D-Rekonstruktion eines hier geplanten frühmittelalterlichen Dorfes und einer hochmittelalterlichen Turmhügelburg vor. Die Erstellung zunächst eines Standbildes setzen wir wie gewohnt mit unseren 3D-Partnern und Freunden Szabolzs Domonkos und Peter Molnar von framefusion um. Wir stehen dabei in engem Austausch und Kontakt mit dem wissenschaftlichen Leiter des Geschichtspark, unserem alten Weggefährten Stefan Wolters.

St?¤nderbau mit schwebendem Gesparre

Wir werden Sie mit Bildern über den Fortgang der Arbeit informieren. Besuchen Sie auch die Webseite von framefusion.

Lohnsitz um 1100 - eine Idealrekonstruktion

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Kirchenarchäologie auf Shetland - Die St. Ninian´s Kirche auf St. Ninian´s Isle

Tuesday, 29. June 2010 21:00

Blick von St. Ninians-Island zum Mainland

Auf der beeindruckenden Halbinsel St. Ninian´s-Isle, die nur über eine schmale Sandbank mit dem Mainland der Shetland-Inseln verbunden ist, fanden Ende der 1950er Jahre archäologische Grabungen am Standort einer frühmittelalterlichen, auf piktische Wurzeln zurückgehenden Kirche statt - der St. Ninian´s-Kirche. Diese stand in prädestinierter Lage am Osthang der Insel, oberhalb der Landzunge, die die Insel mit den Mainlands verbindet.

Reste der St. Ninians-Kirche Die Grabungen ergaben, dass die Kirchengründung spätestens während des 8. Jahrhunderts stattgefunden hat, also bereits deutlich vor der norwegischen Eroberung der Shetlands durch die Wikinger. Die piktisch-keltischen Siedler auf Shetland waren bereits zu einem großen Teil dem christlichen Glauben anhängig. Die frühmittelalterlich-piktische Steinkirche wurde während des 12. Jahrhunderts durch einen Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor ersettz, dessen Reste heute noch sichtbar sind und von Shetland-Amenity in eine Informationsstätte integriert wurden.

St. Ninians Island Schautafel Bei den Ausgrabungen fand 1958 ein als Grabungshelfer eingesetzter Schüler im Übergangsbereich vom Kirchensaal zum Chor einen umfangreichen Silberschatz der Zeit um 800, der neben nordischen Gegenständen auch zahlreiche keltisch-insuläre Schmuck- und Edelmetallgegenstände erbrachte. Die Kirchenreste lassen erahnen, welche Anstregungen die frühen Christen auf Shetland aufsich nahmen, um ihrem neuen Glauben Ausdruck zu verleihen.
Der Platz ist ohne Schwierigkeiten über die Sandbank zu Fuß zu erreichen. Autos können auf dem Mainland gegenüber der Insel geparkt werden.

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Live aus Dale auf Shetland - Frode Iversen erzählt über das “Assembly Project”

Monday, 28. June 2010 21:58

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Dr. Frode Iversen vom Kulturhistorisk Museum Oslo, einer der Leiter des Forschungsprojekts zu nordwesteuropäischen Tingplätzen (”The Assembly-Project”), berichtet einige Details zum vermuteten Tingplatz von Dale auf den Shetland-Inseln. Dr. Mathias Hensch von de Schauhütte-Archäologie versucht aus dem Norwegischen zu übersetzen… um das Video anzusehen, müssen Sie an dieser Stelle klicken.
imgp1842klein.jpg imgp1823klein.jpgimgp1810klein.jpg

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Besuch auf Papa Stour - ein Hof des norwegischen Königs des 13./14. Jahrhunderts

Thursday, 10. June 2010 22:28

imgp1722klein.jpgEines unserer nächsten Ziele wird die kleine Insel Papa Stour sein, die neben der Insel Foula einen der westlichsten Punkte der Shetland-Inseln bildet.  Am Mittwoch haben wir die Insel erstmals besucht, um die Messpunkte mit Hilfe eines GPS Gerätes und der Shetlandischen Archäologin Val Turner für die nun folgende geomagnetische Prospektion auszustecken. Hier befand sich im Mittelalter ein Hof des norwegischen Königs. Auf Papa Stour wurde im Jahr 1299 das älteste bekannte schriftliche Dokument der Shetland-Inseln ausgestellt, in dem eine Herzog Haakan Magnusson betreffende Rechtsstreitigkeit auf Papa Stour verhandelt wird.

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Von 1977 bis 1990 fanden auf Papa Stour archäologische Grabungen statt, die u.a. eines mehrphasige, wohl königliche Hofstelle des 13. bis 16. Jahrhunderts erforschten. Die Ergebnisse der Grabungen wurden 1999 von Barbara E. Crawford und Beverly Ballin Smith veröffentlicht.

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2007 wurde am Ort der Ausgrabungen eine archäologische Informationsstätte mit Teilrekonstruktion der Hausbefunde des 13./14. Jahrhunderts eröffnet. Im Zentrum steht die sog. Stofa (”Stube”), ein gut 5 x 6 m großes, aufwändig errichtetes und beheizbares sowie mit einer Latrine ausgestattes Gebäude des 13. Jahrhunderts. Besonders interessant ist eine für derartgie gehobene Bauten im norwegischen Einflussbereich chrakteristische “Mischbauweise” aus Block- und Steinbau. Die Teilrekonstruktion wurde, wie im Mittelalter, mit Bauholz aus Norwegen errichtet, das in traditioneller Bautechnik bearbeitet wurde. Daneben erlaubt der Rundgang einen Blick auf die bei der Grabung erfassten weiteren Bauten im unmittelbaren Umfeld der Stofa. Die Vermittlung der archäologischen Ergebnisse erfolgt zudem über übersichtliche Schautafeln.

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Papa Stour besaß außerdem eine Ting-Versammlungsstätte an der Hamna Voe (”Hafenbucht”) genannten Bucht, die in den nächsten Tagen im Fokus unserer geomagnetischen Messungen stehen wird. Joris Coolen und ich werden am Samstag mit einer kleinen Fähre übersetzen, um auf dem nur wenige Einwohner zählenden Eiland zu arbeiten. In der nächsten Woche werden wir dann durch Natascha Mehler, Frode Iversen und Alexandra Sanmark unterstützt.

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Für Shetland-Reisende ist ein Besuch dieser kleinen Insel sehr empfehlenswert. Die Fähre pendelt jedoch nicht jeden Tag, Vorinformationen sind am besten telefonsich beim Fährterminal zuerfragen. Eine Überfahrt muss zuvor gebucht werden, denn es passen nur wenige Fahrzeuge und Passagiere auf die Fähre.

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Schauhütte Shetland-Videotagebuch Teil 1: Geomagnetik in Tingwall

Monday, 7. June 2010 18:47

Erster Teil eines kleinen Schauhütte-Archäologie Videoblogs zum Beginn unserer Mitarbeit beim Forschungsprojekt zu wikingerzeitlichen und mittelalterlichen Versammlungsplätzen in Nordwesteuropa.

bild043.jpgZu Wort kommt der niederländische Archäologe Joris Coolen, der im Projekt für die Durchführung der geophysikalischen Untersuchungen verantwortlich ist. Coolen erklärt die Untersuchungsmethode Geomagnetik, die wir in Tingwall, dem vermutlich wichtigsten Ting-Platz des 9. bis 16. Jahrhunderts auf den Shetland-Inseln, in einer ersten Phase der Untersuchung des Platzes anwenden. Zum Projekt selbst und den verantwortlichen Archäologen Frode Iversen (Oslo), Natascha Mehler (Wien) und Alexandra Sanmark (Orkney), vgl. Sie bitte die Links auf unserer Homepage.

Zum Ansehen, klicken Sie bitte hier.

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Angekommen auf Shetland - Erste Untersuchungen in Tingwall

Sunday, 6. June 2010 16:41

bild044.jpgEine Woche befinden der niederländische Archäologe Joris Coolen MA und ich uns nun bereits auf den Shetland-Inseln, um Dr. Natascha Mehler (Wien), Dr. Frode Iversen (Oslo) und Dr. Alexandra Sanmark (Orkney) bei ihrem Projekt The Assembly Project - Meeting-places in Northern Europe AD 400-1500 zu unterstützen. Das Projekt wird vom Programm Humanities in Europe Research Award (HERA) finanziert und bis 2013 laufen. Es ist als internationales Forschungsprojekt der Universitäten Oslo, Wien und Durham sowie dem Centre for Nordic Studies, Universität of the Highlands and Islands (GB) angelegt.

Die Arbeiten vor Ort finden in Abstimmung und mit Unterstützung des Shetland Amenity Trust (Val Turner) statt. In den ersten zwei Wochen unserer Feldarbeit steht eine geomagnetische Untersuchung des historisch belegten
Tingplatzes von Tingwall bei Scalloway im Mittelpunkt. Dieser Platz am Nordrand des Tingwall-Loch diente wahrscheinlich seit dem 9. Jahrhundert den aus Norwegen eingewanderten Wikingern als Versammlungsstätte. Hier wurde bis in die frühe Neuzeit auf der großen Tingversammlung der Shetlander Legislastive, Judikative und Exekutive gesprochen.

bild005.jpgÜber die historische Topographie und Nutzungsstruktur solcher Plätze ist - nicht nur in Nordwesteuropa, auch bei uns - wenig bekannt. In einem ersten Untersuchungsansatz wird von Joris Coolen versucht, Nutzungsstrukturen von Tingwall anhand geomagnetischer Anomalien im Untergrund zerstörungsfrei sichtbar zu machen. Anfang nächster Woche werden wir die Messungen vor Ort fortsetzen und Ihnen dann in einem Video-Tagebuch näher bringen. Dabei kommt neben Joris Coolen auch eine der Leiterinnen des Projekts, Natascha Mehler, zu Wort, um den archäologisch-wissenschaftlichen Ansatz des Projekts zu erläutern. Die beiden anderen Profjektleiter Frode Iversen und Alexandra Sandmark erwarten wir hier für den 14. Juni. Auch sie sollen dann im Videotagebuch zu Wort kommen. Schauen Sie die nächsten Tage bei www.schauhuette.de rein und erfahren Sie mehr über unsere Tätigkeit am 60. Breitengrad…

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Die Ergebnisse der Neustadt-Grabungen in Sulzbach sind publiziert

Sunday, 6. June 2010 15:20

Im gerade erschienenen Band 25 der Schriftenreihe des Stadtmuseums Sulzbach-Rosenberg werden die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im Zuge der Neustadt-Sanierung von 2008 und 2009 vorgestellt:

Mathias Hensch: Urbs Sulcpah - Archäologische Grabungen im Zuge der Neustadt-Sanierung. Zur Genese des früh- und hochmittelalterlichen Burgzentrums Sulzbach, Seite 13-38.

Der Leser erhält hier einen gebündelten und gut verständlichen Überblick über die Befunde zu den frühen Befesitungsphasen der Burgsiedlung und deren Datierung. Der archäologische Beitrag ist wie der gesamte interessante Sammelband reich bebildert und allgemein verständlich geschrieben. Die Lektüre lohnt sich nicht allein für Oberpfälzer, sondern sollte auch für Fachkollegen, die sich mit Fragen des früh- und hochmittelalterlichen Landesausbaus und Burgenbaus beschäftigen von Interesse sein.

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Stadt Sulzbach-Rosenberg (Hrsg.), Das Neustadt-Viertel. Festschrift zur Sanierung der Sulzbacher „Neustadt” 2010. 132 Seiten, broschiert, 131 Abbildungen, davon 97 farbig. Sulzbach-Rosenberg 2010. ISBN: 978-3-9807612-8-2, Preis: 12 Euro

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