Beiträge vom November, 2010

Duisburgs ältestes profanes Gebäude - Der “Steinturm” des Steinfhofs in Huckingen - Ein Arbeitsstand zur 3D-Visualisierung

Monday, 29. November 2010 17:44

Die Erarbeitung der 3D-Rekonstruktionen zum Steinturm des Steinhofs von Duisburg-Huckingen, die framefusion und Schauhütte-3D im Auftrag der Stadt Duisburg erstellen gehen voran. Wir zeigen Ihnen hier einen kleinen Arbeitsstand zur Bauphase 2, der jedoch bei Weitem noch nicht das fertige Ergebnis zeigt, sondern nur einen ersten Einblick in die Komposition der Szene ermöglichen soll.

Die fertigen Produkte werden wir Ihnen auf www.schauhuette.de nach Abschluss und Übergabe an den Auftraggeber detailliert vorstellen.

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Wasser für die Stadt - die “Hölle” in Sulzbach

Saturday, 27. November 2010 12:52

Die Untersuchungen im Innenhof der ehemaligen “Deutschen Schule” von Sulzbach sind nunmehr abgeschlossen. Trotz widriger Witterungsumstände, großem Zeitdruck und schmerzhaftem Hexenschuss gelang es, wichtige Befunde zur spätmittelalterlichen Wasserversorgung und zu den vor dem 16. Jahrhundert hier stehenden Gebäuden archäologisch zu dokumentieren.

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Wichtigster Befund ist der bereits vorgestellte mittelalterliche Kanal, der den gesamten Innenhof von Osten nach Westen durchzog. Er dürfte zum Abführen bzw. Einleiten von Oberflächenwasser in Sammelbehälter wie die 2008 ausgegrabenen Filterzisterne gedient haben. Neben dem ebenfalls bereits 2008 im Inneren des Gebäude untersuchten Kanalsystem des 14./15. Jahrhunderts und der Zisterne des 13. Jahrhunderts legt auch der nun entdeckte Kanal ein interessantes Zeugnis über die Bedeutung der Wasserversorgung in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt ab. Der überlieferte historsiche Name des Areals “in der Hölle” dürfte auf den Begriff “Hüll” = umgangssprachlich für “Wasserstelle” / “Wasserloch” zurückzuführen sein. Diese Bezeichnung findet nun auch archäologisch ihre Erklärung.

Die Wasserversorgung auf dem Karstplateau war zu allen Zeiten prekär. Die Versorgung mit Frisch- und Brauchwasser wurde ab dem 13. Jahrhundert mehr und mehr als kommunale Aufgabe begriffen und umgesetzt. Diese Prinzipien von Ver- und Entsorgung greifen noch heute.

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Geschichte unterm Pflaster - Neue archäologische Untersuchungen am Pfarrplatz in Sulzbach

Thursday, 18. November 2010 18:52

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Seit dieser Woche untersuchen wir in einer zweiten Grabungskampagne am Pfarrplatz 2 in der Altstadt von Sulzbach-Rosenberg den Innenhof des frisch sanierten Gebäudekomplexes. Auftraggeber ist die Evangelische Pfarrgemeinde Sulzbach-Rosenberg, vertreten durch das Architekturbüro Michael Dittmann, Amberg.

Bereits im Sommer 2008 erbrachten die Grabungen im Inneren der Gebäude zahlreiche archäologische Spuren vom Hochmittelalter bis in die frühe Neuzeit archäologisch. Dabei waren insbesondere die Befunde des 13. und 14. Jahrhunderts von Interesse, darunter eine mächtige, gut erhaltene Filterzisterne des 13. Jahrhunderts, mit einem Durchmesser von ca. 9 m.
Auf der nun zur Grabung anstehenden Fläche unmittelbar nordwestlich der St. Marien-Kirche soll im Zuge der Gestaltung der Außenanlagen u.a. ein Parkplatz entstehen. Wie häufig im Plateaubereich der Altstadt von Sulzbach liegen Siedlungs- und Baureste des Mittelalters unmittelbar unter den modernen Bodenaufbauten. Ein großer Teil der mittelalterlichen Schichten und Baureste ist, wie in Altstadtbereichen oftmals der Fall, von modernen Rohr- und Leitungsgräben gestört.

In der ersten Fläche zeichnen sich Fundamentereste von Vorgängerbauten der bis in die Zeit von ca. 1370-1400 zurückreichenden stehenden Häuser Pfarrplatz 2 und 3 ab, die möglicherweise zu Fachwerkbauten auf massiven Steinsockeln des 14. Jahrhunderts gehörten. Ferner durchzieht ein gemauerter mittelalterlicher Kanal die Ostfläche, der älter ist als die steinernen Fundamentreste der Holzbauten. Die genaue Funktion dieses Kanals, der erst in der frühen Neuzeit überwiegend mit Holzkohle verfüllt wurde ist ebenso unklar, wie seine Erbauungszeit. Der weitere Verlauf der Grabungen wird hoffentlich zu einer präziseren Deutung der Befunde beitragen.

Wieder einmal zeigt sich aber schon jetzt, dass der Boden das aussagekräftige Quellenmaterial zur mittelalterlichen Geschichte Sulzbachs birgt. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch muss sie täglich in Erinnerung gerufen werden, wenn es darum geht, Tiefbaumaßnahmen im Altort zu planen und umzusetzen.

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Wir halten die Leser von Schauhütte-Archäologie weiter auf dem Laufenden, was den Fortgang der Grabungen anbelangt…

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Die Dokumentationsstätte St. Martin in Ermhof nimmt Formen an

Sunday, 7. November 2010 16:18

Zwar ist der Sommer vorbei, doch trotz herbstlicher Witterung nehmen die Bauarbeiten für die Historisch-archäologische Informations- und Dokumentationsstätte St. Martin in Ermhof Fahrt auf. Seit die originale Bausubstanz gesichert und wieder im Boden verschwunden ist, ist mit dem Aufmauern der verschiedenen Bauphasen im Grundriss begonnen worden. Hierfür werden ausschließlich Lesesteine aus Dolomit verwendet, wie sie bereits vor rund 1200 Jahren als Baumaterial dienten. Der Kalkmörtel wurde nach dem historischen Vorbild gemischt. Die professionellen Maurerarbeiten werden von der Vilsecker Firma Götz ausgeführt, die auf Denkmalpflegeprojekte spezialisiert ist. Unterstützt werden die Maurermeister durch fleißige Mitglieder des Fördervereins Freunde von St. Martin e.V., die nicht allein die notwendigen Drainagen verlegt haben, sondern auch tausende Lesesteine aus der näheren Umgebung herangeschafft haben. Besucht man die Baustelle, so erhält man eine Vorstellung von den mühsamen Arbeitsabläufen und den Anstregungen beim Bau der Kirche während des 9. Jahrhunderts. Somit ist für alle Beteiligten bereits die Umsetzung des Konzepts eine “historische” Erfahrung, die sich sehr positiv auf die Identifizierung mit dem Projekt auswirkt. Die Bauarbeiten werden durch die Högener Architektin Petra Hofmann und den Archäologen Mathias Hensch begleitet.

imgp2856klein.jpgNach der Aufmauerung des Kirchengrundrisses mit Darstellung der verschiedenen Holz- und Steinbauphasen der Kirche, wird es mit den Arbeiten zur Herstellung des Terrassierungen und dem Bau des Holzsteges weitergehen. Zugleich werden die Medienträger konzipiert, die Schautafeln von professionellen Grafikern gestaltet und Audiostelen bespielt. Die Dokumentations- und Informationsstätte St. Martin in Ermhof wird ein in der Oberpfalz einzigartiger Anlaufpunkt zur Vermittlung archäologischer, siedlungs- und herrschaftsgeschichtlicher Zusammenhänge. Nicht als Erlebnispark und “Neubau” auf der grünen Wiese, sondern an einem Platz, an dem vom späten 8. bis zum frühen 19. Jahrhundert Menschen zusammenkamen, um Hoffnung, Trost und Seelsorge zu finden, Feste zu feiern, ihre Toten zu begraben und ihnen zu gedenken. Im wahrsten Sinne also ein Ort der historischen Erinnerung!

Zur Zukunftsagentur Plus geht es hier.
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Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)