Beiträge vom March, 2012

Baubegleitende Archäologie im Schloss Hirschberg bei Beilngries

Thursday, 22. March 2012 8:55

Ab kommender Woche wird Schauhütte-Archäologie die Baumaßnahmen im Schloss Hirschberg bei Beilngries begleiten. Die Diözese Eichstätt saniert auf der ehemaligen Stammburg der Grafen von Hirschberg, zu deren Besitz auch Dollnstein und ab 1188 auch Sulzbach gehörten, die barockzeitlichen Remisen im Eingangsbereich, deren Substanz in Weiten Teilen hochmittelalterlich ist. Im Eingangsbereich stehen zwei mächtige Bergfriede, deren Baugeschichte ebenfalls bis in das späte 12. Jahrhundert zurückgeht. Wir beginnen mit Untersuchungen im nördlichen Turm, in den ein Treppenhaus eingebaut werden soll. Sukzessive wird sich in weiteren Bereichen die Archäologie dann an den Belangen der Baumaßnahme orientieren. Wir werden auf www.schauhuette.de über Fortgang und Ergebnisse berichten.

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Radiokarbondaten aus dem Sulzbacher Schallhaus

Thursday, 22. March 2012 8:47

Gestern erhielten wir die Datierung der im vorhergehenden Post erwähnten Holzproben aus den mittelalterlichen Schichten unter dem Sulzbacher Schallhaus. Mit einer Datierung zwischen 900 und 910 n. Chr.bzw. 970 bis 1020 n. Chr. erbrachten die Proben ein unerwartet hohes Alter. Ob wir bei der Probenentnahme älteres, möglicherweise verlagertes Material zur Datierung gegeben haben, die Proben kontaminiert waren oder wir tatsächlich einen ottonische Kulturschicht angeschnitten haben, lässt sich momentan noch nicht sagen. Bei den im Laufe des Jahres folgenden Untersuchungen werden wir zu diesem Problem sicher weitere Aufschlüsse erhalten… so hoffen wir zumindest.

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Archäologie im Sulzbacher “Schallhaus”

Friday, 9. March 2012 18:58

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Im Zuge laufender Sanierungsarbeiten im sogenannten Schallhaus in der Altstadt von Sulzbach laufen derzeit erste archäologische Notuntersuchungen der Schauhütte-Archäologie an. Das Schallhaus (oben, rechts mit Gerüst) liegt am nordwestlichen Rand des ältesten Altstadtbereichs, direkt unterhalb des Sulzbacher Schlosses, wo sich ab karolingischer Zeit die Kernburg des früh- und hochmittalterlichen Zentralort entwickelte.

Durch Grabungen der Jahre 1986 bis 1988 ist bekannt, dass es auf Höhe der heutigen Schlossauffahrt zwischen der Kernburg und der Burgsiedlung einen in den Fels geschlagenen Befestigungsgraben geb, der sukzessive verfüllt und mit Häusern überbaut wurde. Unbekannt ist bislang die genaue Ausdehnung dieses Abschnittsgrabens nach Norden und Süden und der Zeitpunkt des Beginns seiner Verfüllung. Die ältesten Teile des Kellers unter dem Schallhaus gehören mindestens in das 14. Jahrhundert, vielleicht sogar in spätromanische Zeit.
Im nördlichen Innenraum konnten wir in einem kleinen, nicht unterkellerten Bereich Schichtbefunde dokumentieren, deren nach unten ziehender Verlauf dafür spricht, dass es sich hierbei um Einfüllschichten in einen Graben handelt. Somit haben wir hier einen ersten Hinweis darauf, dass der Abschnittsgraben nach Norden bis in den Bereich der heutigen Brauerei Fuchsbeck zog. Das Fundmaterial aus diesen oberen Einfüllschichten, spricht für eine Aufgabe des Grabens während des 14. Jahrhunderts, was sich durchaus mit den Baubefunden in den ältesten Kellerbereichen zu Deckung bringen lässt. Da sich in einer der Einfüllungen zahlreiche Holzreste fanden, soll versucht werden, anhand von Radiokarbondaten den Zeitpunkt der endgültigen Aufgabe des Grabens zwischen Burgsiedlung und Kernburg noch näher zu bestimmen. Die Proben werden derzeit im Labor von Beta Analytic Limited in Miami/USA auf ihr C14-Alter hin untersucht. Die Finanzierung der Untersuchung übernahm dankenswerterweise der Bauherr, Herr Hans Ertel, Sulzbach-Rosenberg, dem wir hierfür herzlich danken.

Im Vorderhaus hatten sich ferner Baureste der 1822 beim großen Stadtbrand zerstörten spätmittelalterlichen Bebauung erhalten, die im Zuge der Untersuchungen ebenfalls erstmals dokumentiert werden konnten. Der sogenannte Aichingerplan um 1780 zeigt noch den spätmittelalterlichen Vorgängerbau des Schallhauses, der aus einem Giebelhaus mit nördlich anschließendem Traufgebäude bestand (unten, rot hervorgehoben). Die östliche Außenwand des Giebelhauses konnte nun eingehend untersucht werden. Das Haus dürfte demnach im 14. oder frühen 15. Jahrhundert erbaut worden sein.
Im Verlauf der Sanierungsmaßnahme werden weitere Untersuchungen notwendig, über deren Verlauf wir Sie ebenso wie über das Ergebnis der C14-Untersuchungen bei Schauhütte-Archäologie auf dem Laufenden halten.

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Aktuelle Neuigkeiten zum Projekt St. Martin in Ermhof bei facebook

Saturday, 3. March 2012 12:39

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Auf der facebook-Seite des Projekts Historische Informations- und Dokumentationsstätte St. Martin in Ermhof finden Sie ständig aktuelle Neuigkeiten zum Stand der Bauarbeiten an der Infostätte, aber auch Informationen zu den archäologischen Befunden rund um St. Martin. Die letzten Einträge beschäftigen sich u.a. mit einem im Kampf tödlich verletzten Krieger auf dem Ermhofer Friedhof.

Zeigen Sie, dass gut gemachte historische Information auch im Kleinen möglich ist und klicken Sie bei facebook “gefällt mir” für die Historische Informations- und Dokumentationsstätte St. Maritn in Ermhof - und besuchen Sie die Baustelle, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen.

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Foto. Eva Kropf, Ingolstadt

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