Beiträge vom March, 2013

Neu präsentiert: Der Dollnsteiner Schatzfund des Jahres 2007

Saturday, 30. March 2013 11:12

Am 24. März wurde das Altmühlzentrum Dollnstein in der ehemaligen Unterburg der Burg Dollnstein offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Zu sehen ist u.a. eine burgenkundliche Ausstellung zur Entwicklung des Burgenbaus im Altmühlgebiet unter besonderer Fokussierung der Entwicklung der Burg Dollnstein mit Darstellung der archäologischen Ergebnisse unserer dortigen Grabungen. Neben der baulichen Entwicklung der Burg ist auch der Schatzfund zu bewundern, den wir im November 2007 bei unseren regulären archäologischen Grabungen entdeckt haben. Unter diesem Link können Sie einen kurzen Fernsehbericht des Senders Ingolstadt TV zur Eröffnung des Erdgeschosses des Altmühlzentrums in der ehemaligen Burg Dollnstein ansehen: Zum Ansehen klicken Sie bitte hier!

Foto (c) InTV 2013

dollnstein_schatzfund.jpg

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Ambergs Rennfeuerofen - datiert.

Tuesday, 19. March 2013 12:18

Wie die wenigen Keramikfunde in der Verfüllung der Ofengrube schon andeuteten, scheint der Rennofen in der Oberen Nabburger Straße 3 in Amberg in das fortgeschrittene 13. Jahrhundert zu gehören. Gestern kamen nun auch die 14C-Daten, die alle einheitlich im 13. Jahrhundert liegen, der gewichtete Mittelwert liegt im 1-Sigma-Bereich von 1258 bis 1278 n. Chr.

Die Anlage gehört somit zu den ganz späten Vertretern der Rennofentechnologie, die im Laufe des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts durch andere Technologieverfahren zur Eisenproduktion abgelöst wird.

imgp8892klein.jpg

Gewichteter Mittelwert der Radiokarbondaten aus dem Ofenbefund (all rigths for publication reserved!):

To be used in conjunction with: Stuiver, M., and Reimer, P.J., 1993, Radiocarbon, 35, 215-230.

Labcode001
Description
Radiocarbon Age 755±21
Calibration data set: intcal09.14c
# Reimer et al. 2009
One Sigma Ranges: [start:end] relative area
[cal AD 1258: cal AD 1278] 1,
Two Sigma Ranges: [start:end] relative area
[cal AD 1226: cal AD 1281] 1,

Ranges marked with a * are suspect due to impingment on the end of the calibration data set.

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Ambergs erster Rennfeuerofen

Wednesday, 6. March 2013 10:04

imgp8909klein.jpgDie Stadt Amberg gehörte neben ihren Nachbarstädten Sulzbach und Auerbach zu den wichtigsten Eisenproduzenten des europäischen Mittelalters. Das ist nichts Neues… Bislang spiegelt sich diese historische Erkenntnis jedoch noch nicht in den archäologischen Quellen wider. So sind seit rund 30 Jahren zwar hochmittelalterliche Schlackehalden vom Frauenplatz bekannt, die belegen können, in welchem Umfang hier Eisen verhüttet wurde, doch fehlte bislang jeder archäologische Hinweis auf mittelalterliche Verhüttungsöfen im Altstadtkern.

Gestern gelang nun der Nachweis des ersten mittelalterlichen Rennofens in der Amberger Altstadt bei einer archäologischen Untersuchung des Grundstücks Obere Nabburger Straße 3 durch Dr. Mathias Hensch und Ines Buckel M.A. Es handelt sich um die Reste eines Rennfeuerofens mit einer Ofengrube von 1 m Durchmesser. Die ehemals obertägigen Bereiche waren nicht erhalten. In der Ofengrube fanden sich starke Holzkohleschichten, Eisenerz und hochmittelalterliche Keramik. Charakteristische Fließschlacken belegen eindeutig die Funktion des Ofens als Verhüttungsofen für Eisenerze. Offenbar verhüttete man hier obertägig vorhandene Eisenerzknollen, die unmittelbar am Ort anstanden. Bei der Untersuchung fanden sich eingebettet im natürlichen Verwitterungshorizont zahlreiche Kreideerzbrocken. Radiokarbondaten werden hoffentlich genauere Aussagen zur Zeitstellung des Ofens erbringen.

Der Befund zeigt zudem wieder einmal, wie wichtig es ist, die Hinterhofareale, die in der Regel nicht unterkellert sind, bei Neubaumaßnahmen archäologisch zu untersuchen.

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