Beiträge vom March, 2015

Die Grabungen auf der “Adelscurtis” von Schmalnohe werden fortgesetzt…

Tuesday, 10. March 2015 22:35

Nach Beauftragung durch die Gemeinde Edelsfeld (Landkreis Amberg-Sulzbach) werden wir in der kommenden Woche unsere archäologischen Untersuchungen im Bereich der 1130 erstmals genannten Curtis der Sulzbacher Grafen in Schmalnohe fortsetzen und sind sehr gespannt auf die Ergebnisse…

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Nach den Sondagegrabungen im Herbst 2014 wird nun die genaue Untersuchung eines großen, hochmittelalterlichen Steingebäudes westlich der Kirche St. Otto (ehemals St. Martin) eine besondere Rolle spielen. Hierbei stehen Fragen nach Alter, Funktion und Konzeption dieses Gebäudes im Vordergrund. Darüber hinaus erwarten wir konkrete Hinweise zur Nutzung des Areals im Zentrum des Adelshofes spätestens während des 11./frühen 12. Jahrhunderts. Über den Ablauf und die ersten Ergebnisse zur Ausgrabung werden wir Sie auf www.schauhuette.de und auf unserem youtube-Kanal in Form eines Video-blogs informieren. Besucher sind auf der Grabung jederzeit willkommen….

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Kindergrab des Spätmittelalters (?) mit Münzbeigabe (Untersuchung 2014)

Fotos:

Oben - (c) Bayerisches Landesvermessungsamt

Mitte - (c) Mathias Hensch

Unten - (c) Mathias Hensch

Thema: Grabungsprojekte, Hintergründe | Kommentare (0)

Der Baugeschichte von St. Stephan in Stulln auf der Spur

Sunday, 1. March 2015 11:36

Die erste Projektphase zur Erforschung des Alters und der Baugeschichte der kleinen Stephanskirche in Stulln, Lkr. Schwandorf, hat begonnen. In der letzten Woche haben wir gemeinsam mit Kolleginnen von der Firma Arcteam (Regensburg) mit der Innenseite des Westgiebels die momentan einzig unverputzte, also für eine Untersuchung zugängliche Wandfläche der Kirche näher unter die Lupe genommen. Dabei ging es zuänchst um eine genaue fotogrammetrische Aufnahme und Analyse des Mauerwerks und die Erstellung eines Bauphasen bzw. Reparaturphasenplans und Mörtelkatasters, um unterschiedliche Bauabläufe am Giebel erkennen zu können.

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Neben der Entnahme von Mörtelproben zur weiteren Analyse im Labor war ein vorraniges Ziel auch , organische Bestandteile zu finden, die zur Erbauungszeit des Giebels in den frischen Mörtel hineingeraten waren. Hierbei hatten wir zunächst besonders an häufig in mittelalterlichen Mörteln zu findene Holzkohlepartikel gedacht. Trotz intensiver Suche konnten aber leider keine Holzkohlepartikel im Setzmörtel der mittelalterlichen Phasen des Westgiebels entdeckt werden. Dieser Befund spricht ebenso wie der makroskopische Eindruck der Mörtelzusammensetzungen für eine sehr sorgfältige Aufbereitung des Kalkmörtels zu dessen Erbauungszeit.

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Zu unserer Freude entdeckten wir aber einige Holz- und Strohreste, die beim Mischen des Mörtels bzw. bei der Aufmauerung der Giebelwandfläche im Mörtel eingeschlossen wurden. Nach der Dokumentation der Lage dieser organischen Bestandteile wurden insgesamt sechs Proben für eine 14C-Datierung geborgen. Dabei ist es sicher, dass nicht alle Proben zur vermeintlich ältesten Bauphase des Giebels gehören, sondern auch eine Umbauphase genauer datieren können, die wahrscheinlich mit dem Bau des Turms im 15. Jahrhundert einherging. Die Proben werden nun zur Radiokarbondatierung verschickt und wir sind gespannt auf die Ergebnisse. In einer hoffentlich zweiten Projektphase werden wir dann weiteren konkreten Fragen an die Baugeschichte des Kirchleins nachgehen können.

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Für die großzügige Unterstützung und gute Zusammenarbeit danken wir an dieser Stelle der Gemeinde Stulln, Bürgermeister Hans Prechtl und Ortsheimatpleger Hans Klar, sowie Dr. Silvia Codreanu-Windauer und Dr. Christoph Steinmann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Regensburg. Wir werden auf der Schauhütte weiter über das kleine Projekt berichten.

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