Infostätte St. Martin Ermhof
Nach Abschluss der Grabungen in Ermhof plant die Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg eine “Historische Informationsstätte St. Martin in Ermhof”. Die Planungen befinden sich derzeit in der Konkretisierungsphase und gehen Hand in Hand mit dem Beginn der wissenschaftlichen Auswertung und der anschließenden Publikation der Ergebnisse. An dieser Stelle sollen stichwortartig die konzeptionellen Grundzüge für die Einrichtung dieser Informationsstätte vorgestellt werden.
Zur Umsetzung wurde eine Förderverein “Freunde von St. Martin in Ermhof” gegründet. Interessenten können bei Ortsheimatpfleger Walter Schraml Aufnahmeanträge stellen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt derzeit 10 € pro Jahr. In Kürze werden die aktuellen Entwicklung unter www.ermhof-st-martin.de und www.st-martin-ermhof.de im Internet abrufbar sein. Zur Verwirklichung der Planungen sind Spenden- und Sponsorengelder jederzeit und in jeder Höhe natürlich gerne gesehen. Spendkonto: Gemeinde Neukirchen, Sparkasse Neukirchen: Konto-Nr.: 380 300 400, BLZ: 752 500 00; Raiffeisenbank Neukirchen: Konto-Nr.: 636 002, BLZ: 760 693 69. Die Gemeindeverwaltung stellt gerne Spendenbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt aus.
Grundkonzept für eine Informationsstätte St. Martin in Ermhof (1), Stand 29. Januar 2009
1. Ziele einer inhaltlichen Vermittlung
· Sensibilisierung für historische Zusammenhänge und kulturelles Erbe
· Historische Information und „Aufklärung“
· Aufweichen und entgegenwirken von Klischees zum mittelalterlichen Leben
· Darstellung von Geschichte als kulturelle Aufgabe und Verantwortung für heutige Generationen
· Beitrag zur touristischen Attraktivität des Sulzbacher Landes, Außenwirkung der Gemeinde Neukirchen
· Erläuterungen zur Baugeschichte der Kirche
· Erkenntnisse zu einer vorgeschichtlichen Besiedlung
· archäologische Erkenntnisse zum mittelalterlichen Friedhof, auch zu Besonderheiten einzelner Gräber
· Erläuterungen zur spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Geschichte der Kirche bis 1806, inkl. Wallfahrt
· Beziehung zum hochmittelalterlichen Burgstall auf den Buchenberg
· Siedlungs- und herrschaftsgeschichtlichen Kontext Ermhofs und der Kirche vom 7./8. bis zum 12. Jahrhundert, Erläuterungen zur Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte der mittleren Oberpfalz
· Erläuterungen zu grundherrlicher Organisation und Wirtschaftsweise des 8. bis 12. Jahrhunderts
· Kirchenorganisation und christlicher Glauben als mittelalterliche Grundlagen von dörflicher Gemeinschaft und gesellschaftlicher Entwicklung
3. Mediale Umsetzung einer Informationsstätte St. Martin
· Moderne, das heißt nicht „alt backende“, zugleich möglichst zeitlose, einfache und einsichtige architektonische Umsetzung, optische Attraktivität
· Klare architektonische Linie mit Bezug zum Objekt St. Martin
· Konzeptionelle Einfachheit, dennoch mit möglichst hohem Informationsgehalt, wissenschaftliche Korrektheit,
zugleich klare und kurze Darstellung von Inhalten
3.1 Transport der Inhalte durch
· moderne und übersichtlich gestaltete Informationstafeln mit didaktisch einfachem Design (keine „Holzgestelle mit Schindeldächern“)
· Audiostelen (vgl. Archäologiepark Altmühltal)
http://www.otc.fr/odiex
http://www.otc.fr/odiex/demonstration.php
3.2 Vermittlung der Inhalte durch
· Fundamentreste und Pfostensetzungen
· Texte – sowohl visuell als auch akustisch
· Fotos – besonders zur Kirche, zu den Grabungen
· Bilder und Pläne
4. Einbindung in den regionalen Tourismus- und Kulturraum
· Werbung in Schriftmedien, Flyer, Internet, Öffentlichkeitsarbeit etc.
· Anbindung an Wanderwege innerhalb der Metropolregion Nürnberg
· Aufnahme in offizielle Wanderführer, Tourismusbroschuren etc.
· Verknüpfung mit und Präsenz bei anderen kulturellen Einrichtungen,z. B. Museum Hartmannshof, Stadtmuseum Sulzbach-R., Freilandmuseum Neusath-Perschen, Tourismusbehörden etc.
· Einbindung in das kirchliche Leben der Region, z. B. durch gelegentliche Freiluftgottesdienste oder Jugendgottesdienste
(vor allem Neukirchen und Etzelwang)
· Einbindung in den Heimatunterricht an den örtlichen Schulen
· Mögliches Fernziel: Aufbau eines archäologisch-historischen Wanderwergs/Lehrwegs
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